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Rückkehrer
Gekommen, um zu bleiben

Längst wieder in der Sängerstadt angekommen: Sebastian Christoph und Steffi Hädicke.
Längst wieder in der Sängerstadt angekommen: Sebastian Christoph und Steffi Hädicke. FOTO: Torsten Pötzsch
Finsterwalde. Sebastian Christoph und Steffi Hädicke sind froh, zurück in der Sängerstadt zu sein.

Das Thema „Rückkehrer“ ist und bleibt aus vielerlei Hinsicht ein wichtiges Thema. Auf der einen Seite wirkt man damit dem demografischen Wandel in der Region etwas entgegen, auf der anderen Seite wird der zunehmende Bedarf an Fachkräften so ein wenig abgeschwächt. Der Finsterwalder „Heimatladen“ setzte dabei schon spürbare Akzente in der jüngsten Vergangenheit und kürzlich wagten wieder zwei junge Menschen, die in ihrer „Wohnstube Heimatladen“ die ersten selbstständig-wirtschaftlichen Schritte übten, den großen Schritt und gingen mit ihrer Geschäftsidee ganz offen und öffentlich an den Start. „mir&mich“ heißt ihre kleine Firma und dahinter verbergen sich Sebastian Christoph und Steffi Hädicke.

Er, studierter Wirtschaftsgeograf, stammt aus Doberlug-Kirchhain, lebte aber in den vergangenen zehn Jahren in Berlin. Sie, Diplomsozialpädagogin, hatte lange Zeit ihren Lebensmittelpunkt in Leipzig. Die Liebe zur Heimat ist ihnen aber nie abhanden gekommen, im Gegenteil. Finsterwalde und das Umland ist für sie der Inbegriff von Heimat. Beide haben einen guten Job in der Doberlug-Kirchhainer Erstaufnahme gefunden. Er ist dort Netzwerkkoordinator und sie Sozialpädagogin.

Doch beide haben noch eine andere Profession, ein anderes Hobby, eine andere Leidenschaft und die machen sie jetzt zu ihrem zweiten Standbein. Sebastian Christoph fotografiert gern, experimentiert dabei auch gern einmal und Steffi Hädickes Leidenschaft ist seit frühester Kindheit der Umgang mit Schminke und Make-up. Organisiert und präsentiert über die sozialen Netzwerke im Internet wurden „mir&mich“ in den vergangenen zwei Jahren immer bekannter und ihre Shootings und Workshops stießen auf ein immer größeres Interesse. „Da war die Eröffnung eines kleinen Geschäfts eigentlich eine logische Konsequenz“, erklärt Sebastian Christoph gegenüber der RUNDSCHAU. „Nicht, dass sich nur die Aufträge in den letzten 24 Monaten mehrten. Wir sahen uns geradezu gezwungen, endlich Wohnung und Arbeit zu trennen, denn oft spielte sich vieles in den eigenen vier Wänden ab. Das macht sich nicht so gut, wenn man ein ernsthaftes Kundengespräch führen will und so machten wir uns auf die Suche nach einem für uns passenden Laden, damit wir endlich einen festen Anlaufpunkt in der Stadt haben.“

Die Suche gestaltete sich ihren Aussagen nach schwierig, denn sie hatten genaue Vorstellungen von ihrem Objekt. „Die Berliner Straße nur bedingt, der Markt wäre auch noch gegangen, doch dann haben wir einen kleinen Laden in der Langen Straße Hausnummer 13 gefunden und mit dem konnten wir uns sofort anfreunden. Für uns ist und bleibt die Lange Straße eine Topadresse mit Wohlfühlfaktor, denn es war überwältigend, wie wir hier von den Händlern aufgenommen und unterstützt wurden.“

„mir&mich“ bieten alles rund ums Bild an. Angeboten werden Portraitfotografie, Portfolios, Hochzeitsfotografie, Firmenpräsentationen und vieles mehr. „Die Nachfrage steigt und wir sind uns sicher, den richtigen Schritt gemacht zu haben“, freut sich Sebastian Christoph.