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| 18:52 Uhr

Elbe-Elster
Die neue Gefahrstoffeinheit des Kreises

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski übergibt am Mittwoch in Elsterwerda drei der vier neuen Einsatzfahrzeuge.
Landrat Christian Heinrich-Jaschinski übergibt am Mittwoch in Elsterwerda drei der vier neuen Einsatzfahrzeuge. FOTO: Frank Claus / LR
Elsterwerda. Vier neue Fahrzeuge im Gesamtwert von etwa 1,1 Millionen Euro, dazu ein 400 000 Euro teurer Anbau am Feuerwehrgerätehaus in Elsterwerda – die Gefahrstoff- und Katastropenschutzeinheit des Landkreises Elbe-Elster ist auf modernstem technischen Stand. Von Frank Claus

Großer Bahnhof am Mittwoch am Elsterwerdaer Feuerwehr-Gerätehaus: drei der vier neuen Fahrzeuge für die Gefahrguteinheit und den Katastrophenschutz stehen aufgereiht. Gut 150 Kameraden aus vielen Feuerwehren des Landkreises und Gäste sind gekommen, um die Indienststellung der Technik zu verfolgen und sich den Anbau der zwei Fahrzeug- und Technikstellplätze  anzusehen.

Die Gefahrstoffeinheit des Landkreises Elbe-Elster ist eine Einheit des Katastrophenschutzes und setzt sich aus Feuerwehren der Kommunen zusammen. Sie hat die Aufgabe, bei Unfällen und Havarien mit gefährlichen Stoffen und Gütern eine Schadensbekämpfung vorzunehmen.

Vollgestopft mit moderner Kommunikationstechnik ist die auf einem 12-Tonnen-Lkw aufgebaute Führungsstelle, die komplett autark arbeiten kann.
Vollgestopft mit moderner Kommunikationstechnik ist die auf einem 12-Tonnen-Lkw aufgebaute Führungsstelle, die komplett autark arbeiten kann. FOTO: Frank Claus / LR

Wie man bei eisiger Kälte mit nur einem Satz gute Laune verbreiten kann, beweist Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU). Nach der Begrüßung der Gäste bittet sie ihren Ehemann, Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, mit den Worten „bitte komme zum Akt“ ans Mikrofon. Herzhaftes Lachen ob dieses niedlichen, zweideutigen sprachlichen Ausrutschers schallt über den Platz.

Der Landrat schmunzelt ebenso und nennt die Fakten des Tages: Der 400 000 Euro teure Anbau ist zu einhundert Prozent aus dem Kreishaushalt finanziert worden. In Elsterwerda werden der Gerätewagen Gefahrgut und weitere auf Anhängern verladene technische Hilfsmittel stationiert. Das neubeschaffte Fahrzeug ersetzt den bestehenden, in Mühlberg stationierten Gerätewagen, der nach 23 Jahren Dienstzeit in die Jahre gekommen ist. Die Verlagerung nach Elsterwerda hat zwei triftige Gründe: In Elsterwerda befindet sich das Fahrzeug nun näher an vielbefahrenen Bundesstraßen und Bahngleisen, auf denen unter anderem im Auftrag der BASF Schwarzheide und auf Bahntransporten in Richtung Osteuropa auch viele Tonnen Gefahrgut transportiert werden. Außerdem hat Mühlbergs Wehr aufgrund der angespannten personellen Lage um Verlegung der Einheit gebeten.

Der Gerätewagen ist das „Arbeitstier“. Neben der Schutzausrüstung sind Auffangwannen, Dichtmaterial und Spezialpumpen verladen.
Der Gerätewagen ist das „Arbeitstier“. Neben der Schutzausrüstung sind Auffangwannen, Dichtmaterial und Spezialpumpen verladen. FOTO: Frank Claus / LR

An den 1,1 Millionen Euro zur Finanzierung der vier Fahrzeuge hat sich das Land mit 70 Prozent beteiligt. Auch wenn jeder an diesem Tag hofft, dass diese Fahrzeuge nie zum Einsatz kommen müssen, sei es gut, dass der Landkreis für einen möglichen Ernst- oder Katastrophenfall gerüstet ist – so der Tenor in der Runde. Der Landrat würdigt in diesem Zusammenhang die hohe ehrenamtliche Einsatzbereitschaft der 3300 Kameraden in 163 Ortswehren des Landkreises.

 Der Gerätewagen-Gefahrgut, so ist einer Beschreibung des kreislichen Ordnungsamtes zu entnehmen, ist das Arbeitstier der Gefahrstoffeinheit. Auf dem Fahrzeug befindet sich die persönliche Schutzausrüstung für die Einsatzkräfte. Diese besteht unter anderem aus flüssigkeits- und gasdichten Chemikalienschutzanzügen, umluftunabhänigen Atemschutzgeräten und Spritzschutzanzügen. Zur Beseitigung von Gefahrstoffen befinden sich Auffangwannen, Dichtmaterial, Spezialpumpen etc. auf dem Fahrzeug. Die Gefahrstoffeinheit setzt sich aus Feuerwehren der Kommunen zusammen. In diesem Fall sind das die Wehren aus Schönborn und Herzberg, die weitere Ausrüstungen im Ernstfall zum Einsatzort bringen.

Der Einsatzleitwagen 1 ist ein Führungsfahrzeug für die Brandschutz- und Gefahrstoffeinheit und wird als viertes Fahrzeug am 12. März an die Freiwillige Feuerwehr Finsterwalde übergeben. Kameraden aus Bad Liebenwerda und Elsterwerda sorgen für die personelle Sicherstellung der Gefahrguteinsätze.

Besonders imposant ist der sogenannte Einsatzleitwagen 2 für die „Schnelleinsatzgruppe-Führungsuntersützung“. In diesem Fahrzeug arbeitet bei Großschadenslagen und Katastrophen die Einsatzleitung. Als Regieeinheit des Landkreises wird sie aus hauptamtlichen Kräften der Kreisverwaltung gebildet.

Auf dem zwölf Tonnen Lkw-Fahrgestell befinden sich „Büros“ – ein Besprechungs- und ein Fernmelderaum. Der Besprechungsraum ist mit modernster Präsentations- und Informationstechnik ausgestattet. Im Fernmelderaum befinden sich drei Fernmeldearbeitsplätze zu Bedienung der gesamten Kommunikationstechnik. Das Fahrzeug hat die Möglichkeit über sechs Funkgeräte, vier Mobilfunksprachverbindungen, zwei Mobilfunkdatenverbindungen und eine Satellitenverbindung Kommunikationsverbindungen herzustellen. Darüber hinaus kann das Fahrzeug über praktisch jeden Internet- oder Telefonanschluss weitere Verbindungen herstellen. Durch einen leistungsfähigen Stromerzeuger ist das Einsatzmittel – bei entsprechender Treibstoffversorgung – in der Lage, praktisch unbegrenzt autark unabhängig jeglicher Infrastruktur eine Führungsstelle zu betreiben.

Komplettiert wird die Einheit mit einem Mannschaftstransportwagen-SEG Führungsunterstützung. Das Fahrzeug hilft, Einsatzkräfte zur Führungsstelle zuzuführen und bei lang andauernden Einsätzen eine Ablösung zu gewährleisten.