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| 11:03 Uhr

Aufruf von Christen aus dem Raum Finsterwalde
Gedenkmarsch durch Schlieben

Schlieben. Der „Zug des Lebens und der Hoffnung“, eine Initiative von Christen aus dem Raum Finsterwalde, lädt am Samstag zum vierten Mal zu einem Gedenkmarsch ein. Von Heike Lehmann

Der „Zug des Lebens und der Hoffnung“, eine Initiative von Christen aus dem Raum Finsterwalde, lädt zum vierten Mal zu einem Gedenkmarsch ein. In diesem Jahr ist er Juden, Sinti und Roma unter anderem aus Frankreich, Luxemburg, Belgien gewidmet, die im KZ-Außenlager Buchenwald sowie in der Munitionsfabrik der HASAG in Schlieben-Berga litten und ums Leben gekommen sind. Der Gedenkmarsch, zu dem herzlich eingeladen wird, findet am Samstag, 21. April, statt und beginnt um 14 Uhr am Denkmal für die Opfer des Faschismus (Langer Berg), führt über die evangelische Kirche und den früheren Bahnhof zur Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben.

Reinhard Wild von den Initiatoren erklärt: „Der Name ,Zug des Lebens und der Hoffnung’ soll ein Gegensymbol zu dem ,Verlorenen Zug’ sein, der am 23. April 1945 nach einer zweiwöchigen Irrfahrt zwischen den Fronten in Tröbitz zum Stehen kam. Seiner über 2000 jüdischen Insassen wurde in den Vorjahren gedacht. Es gilt dabei zu erinnern, welche unglaubliche Verblendung die Deutschen in diesen Jahren befallen hatte, so dass bis in die letzten Stunden des Deutschen Reiches entsetzliche Verbrechen begangen wurden. Täter waren Menschen aus der Gesellschaft, die sich anschließend überwiegend als Befehlsempfänger bezeichneten und ihre eigene Verantwortung verleugneten. Dies sollte uns heute Mahnung sein, nicht wieder in dumpfen und blinden Hass gegen fremde Menschen zu verfallen.“

Der Gedenkmarsch endet am Samstag an der Gedenkstätte Schlieben gegen 16 Uhr mit einer kurzen Andacht. Anschließend besteht die Möglichkeit eines durch Dr. Wolf geführten Rundganges durch die Gedenkstätte und das ehemalige Munitionslager.