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Weltmeisterin aus Finsterwalde
Sandra Meersch tanzt mit Jazzy Diamonds an Weltspitze

Sandra Meersch mit dem Weltmeister-Pokal.
Sandra Meersch mit dem Weltmeister-Pokal. FOTO: Doreen Stellmacher
Finsterwalde. Die Sängerstadt hat nun auch eine Tanz-Weltmeisterin. Von Gabi Böttcher

Dass die Jazzy Diamonds vom Jazz-Dance-Club Cottbus 99  am Wochenende in Polen Weltmeister wurden, kann getrost auch in Finsterwalde bejubelt werden. Denn schließlich ist die Leiterin der Gruppe, ja des gesamten Cottbuser Vereins, eine gebürtige Finsterwalderin.

Sandra Meersch hat am damaligen Korczack-Gymnasium ihr Abitur abgelegt, um anschließend zum Studium nach München zu gehen.  Als Bühnentänzerin und Tanzpädagogin schloss sie dieses ab. Seit der 2.Klasse hatte Sandra unter der Obhut des damaligen Tanzstudios von Irene Hartnick ihre Leidenschaft fürs Tanzen entdeckt und zielstrebig weiterentwickelt. Die Krankheit ihrer Lehrerin führte dazu, dass Sandra schon als Teenager selbst Tanzgruppen anleitete. Das Tanzen habe sie von Anfang an fasziniert, sie sei immer am Ball geblieben, erzählt sie. Nach ihrem Studium ging sie nach Cottbus, führte die Tradition der inzwischen verstorbenen Irene Hartnick mit dem Jazz-Dance-Club 99 fort. Im Verein tanzen inzwischen mehr als 120 Mädchen.  

Als freiberufliche Tanzpädagogin betreut Sandra Meersch auch Gruppen in anderen Städten des Landes, so in Eisenhüttenstadt, Vetschau und Lübbenau.   Dass sie in ihrem Trainerjob auch körperlich fit bleibt, kam der inzwischen 40-Jährigen jetzt in besonderer Weise zu Gute. Denn schon unmittelbar vor der deutschen Qualifikationsrunde für die WM am 7.  Oktober stieg  eine der sieben Tänzerinnen aus, weil sie ein Baby erwartete. So hieß es für Sandra Meersch, nicht nur als Choreografin des Tanzstückes, sondern auch als Tänzerin einzusteigen. „Die Fitness war nicht das Problem. Aber in der Formation zu tanzen, das lag für mich viele Jahre zurück. Das ist eine ganz andere Herausforderung“, erzählt die Weltmeisterin. Die nach dem Titel „Dancing on my own“ des englischen Popsängers Calum Scott  entwickelte Choreografie folgt dem Gedanken des Liedes „Sei du selbst“. Und das genau zwei Minuten und 44 Sekunden lang.  Dabei bleiben die Jazzy Diamonds durchaus nicht nur auf dem Tanzboden, sie haben auch Hebeelemente integriert. Diese Kombination könnte es sogar gewesen sein, die den Cottbuserinnen die entscheidenden Pluspunkte gegenüber den Mitbewerberinnen einbrachten. Die Jury-Entscheidung sei eindeutig ausgefallen, war am Rande der Veranstaltung durchgesickert.

„Wir schweben immer noch“, freut sich Sandra Meersch mit ihrer Gruppe über diese herausragende Bestätigung für jahrelangen Einsatz und viel Spaß beim Training. So wie sie früher mit dem Tanzstudio  von Irene Hartnick Auftritte — auch beim Sängerfest — in ihrer Heimatstadt absolvierte, findet Sandra Meersch dies in der Zukunft mit dem Jazz-Dance-Club nicht ausgeschlossen. Schwierig sei nur die Terminfindung. Neben ihren Eltern, die in Finsterwalde leben, würde sie hier sicher manchen  Bekannten treffen. Auch Ehemann Thomas Hampel, den sie übrigens auch beim Tanzen kennengelernt hat, stammt aus der Region —  aus Elsterwerda.