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Gampe und Zierenberg im Duell

Finsterwalde. Bei der Bürgermeister-Wahl im November 2009 gelang dem damaligen Amtsdirektor des Amtes Elsterland, Jörg Gampe (CDU), in Finsterwalde der Durchmarsch. Mit 53,52 Prozent der Stimmen schlug er seine damaligen drei Mitbewerber um die Nachfolge von Johannes Wohmann (FDP) auf Anhieb klar. Gabi Böttcher

Jetzt will Jörg Gampe seine Amtszeit um weitere acht Jahre verlängern. Wer dachte, dass er angesichts der für jedermann sichtbaren erfolgreichen Entwicklung der Stadt während seiner Amtszeit wie etwa Herold Quick (parteilos) in Falkenberg ohne Herausforderer bleiben würde, sah sich bereits im April im Irrtum. Einstimmig hatte die Wählergruppe Bürger für Finsterwalde (BfF) den heute 34-jährigen Ronny Zierenberg zum Bürgermeister-Kandidaten nominiert. Im Mai erhielt der selbstbewusste IT-Systemelektroniker ohne Verwaltungserfahrung die Rückendeckung des FDP-Ortsverbandes. Im Juli erklärte der SPD-Ortsverein Finsterwalde-Sorno, dass er die Kandidatur von Ronny Zierenberg unterstütze.

Wie ein Mann formierte sich am 13. Mai die CDU-Finsterwalde bei ihrer Nominierungsveranstaltung um ihren Bürgermeister-Kandidaten Jörg Gampe (CDU). Rainer Genilke, Vorsitzender des Stadtverbandes, an jenem Vormittag im Brauhaus: "Wir haben einen Bürgermeister gewählt, der das Amt besser hätte nicht ausfüllen können." Anders sieht das die Wählergruppe Bürger für Finsterwalde, die in der dritten Legislatur im Stadtparlament mitarbeitet und deren Fraktionsvorsitzender Ronny Zierenberg ist. Sein "Blick für die Reserven in der Amtsausführung" habe ihn ermutigt, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, so die Bürger für Finsterwalde. In einer aktuellen Pressemitteilung legen SPD-Ortsverein und FDP-Ortsverband noch einmal nach und betonen, dass es aus ihrer Sicht nicht entscheidend ist, was ein Bürgermeister auf einer Verwaltungsschule gelernt habe. Entscheidend seien vielmehr seine angemessene berufliche Qualifikation, politische Erfahrung, Offenheit für die Problemlagen sowie Aufrichtigkeit im Umgang mit den Bürgern und den übrigen Partnern im politischen Geschäft, vor allem mit den Stadtverordneten, die er nicht beliebig ausgrenzen dürfe, sondern als gleichberechtigte gewählte Vertreter der Bürgerschaft zu behandeln habe. Mit der Ausgrenzung der SPD-Fraktionsvorsitzenden Hannelore Elmer aus einer Veranstaltung zu Ehren der Louis-Schiller-Preisträger hatte Bürgermeister Jörg Gampe zuletzt all jenen eine Steilvorlage geliefert, die besagte Amtsführung kritisieren.

Für Udo Linde, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtparlament, zählt, dass er keine gravierenden Fehler des Amtsinhabers feststellen könne und den größten Teil des eigenen Programmes in der Stadt verwirklicht sehe.

Die "unglaublich reiche Verwaltungserfahrung und ein gutes und zielorientiertes Verhandlungsgeschick gegenüber unseren Partnern, aber auch bei den Ministerien in Bund und Land", sind für Rainer Genilke, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, einer von vielen gewichtigen Gründen für eine weitere Amtsperiode Jörg Gampes. Wenn er oft spät von Potsdam nach Hause fahre, sehe er im Dienstzimmer des Bürgermeisters noch Licht. "Er arbeitet unglaublich viel und hart für unsere Sängerstadt. Ohne ihn wäre das von ihm geerbte desaströse Finanzierungsmodell beim Pflegeheim in der Brandenburger Straße das finanzielle Waterloo Finsterwaldes geworden. Mit einem klaren Plan und mit konsequentem Handeln hat er so von der Stadt einen Millionenschaden abgewendet", ruft Genilke einen gewichtigen Erfolg des amtierenden Bürgermeisters in Erinnerung. Am Sonntag haben die Finsterwalder das Wort.