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Gampe grenzt Elmer aus

Finsterwalde. Es ist eine schöne Tradition, "herausragende Verdienste um die Festigung der Bürgergemeinschaft und um die Entwicklung der Stadt Finsterwalde" mit der Louis-Schiller-Medaille zu würdigen. Im vorigen Jahr wurden Dieter Pätzold und Hans-Dieter Unkenstein ausgezeichnet. Gabi Böttcher

Zu den guten Gepflogenheiten gehört es, die Geehrten zu einem festlichen Abendessen einzuladen. Um die Vergabe der Medaille und das Drumherum klar zu regeln, gibt es seit Mai 2013 eine Richtlinie. Darin steht, wer am Essen mit den Preisträgern teilnimmt: die Ausgezeichneten sowie maximal vier Familienmitglieder oder Freunde, der Bürgermeister, der Vorsitzende und die Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung. Nicht verwunderlich, dass sich dieser Tage der SPD-Stadtverordnete Steffen Fröschke die Augen rieb, als er eine Einladung zum Essen am 19. Oktober erhielt. In einem Schreiben an den Bürgermeister und den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung erinnerte er daran, dass statt seiner die SPD-Fraktionsvorsitzende Hannelore Elmer eine Einladung erhalten müsste. Ein Versehen? Das wäre zwar verwunderlich, aber schnell zu beheben. Ist es bisher aber nicht. Stadtverordnetenvorsteher Andreas Holfeld: "Richtig ist es natürlich nicht. Es müsste Frau Elmer eingeladen werden." Da würden Befindlichkeiten mitspielen, über denen man "selbstverständlich drüber stehen müsste". Andreas Holfeld: "Ich werde noch einmal mit Herrn Gampe sprechen." Hannelore Elmer knapp: "Ein Versehen war das sicher nicht. Das kommentiert sich selbst." Auf eine Anfrage der RUNDSCHAU folgt diese Antwort aus dem Rathaus: "Der Stadt Finsterwalde liegt eine in etwa gleichlautende offizielle Abgeordnetenanfrage des Stadtverordneten Steffen Fröschke vor. Die Anfrage wird, wie auch alle bisherigen Anfragen von Abgeordneten oder Bürgern, in der Stadtverordnetenversammlung am 27. September 2017 unter dem dazugehörigen Tagesordnungspunkt entsprechend der Geschäftsordnung und der Einwohnerbeteiligungssatzung beantwortet werden. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass im Gegensatz dazu von Seiten der SPD-Fraktion mehrfach Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Abgeordneten in den vergangenen Stadtverordnetenversammlungen ignoriert und unbeantwortet blieben."