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| 16:51 Uhr

Blickfang fürs Dorf
Gahroer wollen ihren Anger neu gestalten

Die Gahroer, hier Ortsvorsteher Axel Jordan, wollen ihren Dorfteich und das Drumherum neu gestalten.
Die Gahroer, hier Ortsvorsteher Axel Jordan, wollen ihren Dorfteich und das Drumherum neu gestalten. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Gahro. Hanns-Jörg Kuboth ist auf dem Dorfteich in Gahro noch Schlittschuh gelaufen. In dem Pfuhl schwammen Gänse. Heute könnten die Gahroer hier ein Geschäft mit Schilfkolben machen. Von Gabi Böttcher

Zugewachsen ist der eine von ehemals zwei kleinen Teichen seit Langem. Der andere am Ortseingang aus Richtung Sonnewalde existiert ohnehin nur noch in den Erinnerungen der Älteren. In den 1930er-Jahren, so weiß Hanns-Jörg Kuboth aus Erzählungen der Mutter, hatte der damalige Bürgermeister Friedrich Kaschig den Pfuhl im Dorf im Rechteck befestigen lassen. Er wurde als Feuerlöschteich genutzt. Und auch manches, was nicht hinein gehörte, gelangte über Rohrzuflüsse dorthin. „Wir sind auf dem Teich Schlittschuh gelaufen“, erinnert sich der 59-Jährige.

Mittlerweile hat der ehemalige Teich seine Funktion für die Feuerwehr verloren. Schilf hat sich breit gemacht. Die Schilfkolben sind prächtig anzuschauen. Doch eine Augenweide ist das eingezäunte, etwa 40 mal 15 Meter große Areal  nicht. Ausgerechnet ein Zugezogener, der zumeist an den Wochenenden aus Berlin nach Gahro kommt und an seinem „Nimmerfertighausen“ baut, gab die Initialzündung für die Rekultivierung von Dorfteich und -anger. Dr. Alexander Swidsinski, dessen außergewöhnliches, seit Jahren mit eigener Muskelkraft und Feldsteinen der Region wachsendes Anwesen offen für diverse Dorfveranstaltungen ist, befand sich schnell auf einer Wellenlänge mit Ortsvorsteher Axel Jordan und weiteren Gahroern.

Mit dem neu gestalteten Teich und dem fortschreitenden Bau des Hauses von Dr. Alexander  Swidsinski (r.) soll der Dorfanger von Gahro ein neues Gesicht bekommen.
Mit dem neu gestalteten Teich und dem fortschreitenden Bau des Hauses von Dr. Alexander Swidsinski (r.) soll der Dorfanger von Gahro ein neues Gesicht bekommen. FOTO: LR / Gabi Böttcher

Der Ortsvorsteher hält inzwischen einen Entwurf in den Händen, wie sich das Areal vis a vis von Dr. Swidsinskis Grundstück gestalten könnte. „Ein Drittel soll Wasserfläche werden. Mit einem Biotop. Auf einem weiteren Drittel wollen wir einen Spielplatz anlegen. Und auf dem dritten Drittel soll ein Bereich der Begegnung mit einer Feuerstelle entstehen“, erklärt Axel Jordan. Heimische Feldsteine spielen bei der Gestaltung eine wichtige Rolle. So wie sie auf dem Grundstück von Alexander Swidsinski in einem wohl beispiellosen Gefüge einen Ort zum Leben und für Begegnungen hervorgebracht haben.

Im vorigen Jahr sind für die Vorplanung der Teichsanierung bereits 5000 Euro eingesetzt worden. Die gleiche Summe fließe in diesem Jahr in die Ausführungsplanung. „Der Bauantrag soll noch 2018 gestellt werden“, zeigt sich der Ortsvorsteher zuversichtlich. „2019 wollen wir dann mit der Realisierung beginnen“, fügt er hinzu. Wie das neben dem versandeten Dorfteich befindliche Gebäude der Feuerwehr eingebunden werde, müsse man noch sehen. Gleiches treffe auf die Finanzierung des Vorhabens zu. Über das Amt Kleine Elster sei ein Fördermittelantrag gestellt worden. Auch hoffe man, dass ein bereits bei der Robert-Bosch-Stiftung unternommener und zunächst abgewiesener Vorstoß vielleicht in einem zweiten Anlauf von Erfolg gekrönt sein könnte.

Hektik, das Vorhaben Hals über Kopf durchzuziehen, ist in Gahro nicht zu spüren. Der rastlos an seinem Schloss bauende Mediziner aus Berlin nennt auch keinen Termin für die Fertigstellung seines Projektes. Der Weg ist das Ziel – scheint die Devise. Man darf gespannt sein, welches Segment aus Feldsteinen am Dorfanger zuerst fertig sein wird. In Hanns-Jörg Kuboths privater Fotosammlung soll ein neuer Dorfteich samt Drumherum auf jeden Fall einen Platz finden.