Von Frank Claus

Ein großer Tag für Kjellberg. Die Mitarbeiter feiern am Mittwoch 60 Jahre Plasmaschneiden in Finsterwalde und tun dies, so der stellvertretende Vorsitzende der Kjellberg-Stiftung, Norbert Pietsch, mit einem Paukenschlag: Sie führen gemeinsam mit etwa 200 Gästen aus vielen Ländern dieser Erde ihr neuestes Produkt, die Industrie 4.0-fähige Plasmaschneidanlage „Q“ offiziell in den Markt ein.

Das Gerät, gerade mal so groß wie ein mittlerer Kühlschrank, ist eine absolute Produktneuheit. Etwa sieben Millionen Euro hat das Unternehmen, das in drei Jahren seinen 100. Geburtstag feiert und gegenwärtig einen Jahresumsatz von 60 Millionen Euro erwirtschaftet, in die Entwicklung und Produktion gesteckt.

Ergebnis intensiver Forschung und Entwicklung

Das Produkt wird nach Auffassung der Entwickler insbesondere Unternehmen in der Automobilindustrie, im Schiffbau, im Anlagenbau und anderen Branchen der metallverarbeitenden Industrie aufhorchen lassen.

Die nächste Generation der Plasmaschneidanlage ist das Ergebnis intensiver Forschung und Entwicklung – das Unternehmen gibt jährlich etwa zwölf Prozent dafür aus – und ein Meilenstein in der 60-jährigen Plasmageschichte Kjellbergs.

Anforderungen an digitalisierte Produktion

In der Pressemitteilung heißt es: „Die neue Anlagenreihe ,Q’ aus Finsterwalde vereint präzises Plasmaschneiden auf außergewöhnlichem Niveau mit den Anforderungen an eine digitalisierte Produktion. Die browserbasierte Bedienoberfläche Q-Desk gilt dabei nicht zuletzt als innovativer Wegbereiter. Echtzeit-Prozessdaten und Anlageninformationen aller Komponenten können so auf handelsüblichen Endgeräten, wie zum Beispiel PC oder Smartphone, webbasiert sowie ortsunabhängig zur Verfügung gestellt werden. Eine fortwährende Zustandsüberwachung der Komponenten und des Schneidprozesses wird somit zur Realität.“

Weitere Neuheiten und Vorteile seien unter anderem die Darstellung von Prozess- und Fehleranalysen sowie Videotutorials. Das System gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen und nicht zuletzt eine Vorschau auf Instandhaltungs- und Wartungsmaßnahmen.

Ein Motor der Stadt

Kjellberg ist seit Jahren vielseitig aufgestellt, bietet Lösungen zum Schweißen, zum Plasma- und Laserschneiden, zum Verschleißschutz und fertigt kundenspezifische Sondermaschinen und Werkzeuge zur Materialbearbeitung an.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) bezeichnet Kjellberg als „ein Spitzenunternehmen des Landes“ das mit seinem Satzungszweck „modern, innovativ und beispielgebend“ sei. Das Unternehmen trage dazu bei, dass junge Leute hier in der Region eine Perspektive hätten. „Nein, hier ist es nicht trostlos, wie manchmal behauptet wird“, sagt der Minister.

Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) bestätigt das: Kjellberg, das verdeutlichten allein die Entwicklungen auf der Straße vor der Firma, sei ein Motor in der Stadt. Dort entstünden neue Wohnungen und Häuser, ein Kompetenzzentrum und bald die neue Stadthalle. Kjellberg sorge sich um die Jugend und kümmere sich um den Nachwuchs, etwa in der Arbeitsgemeinschaft Metall in der Kjellberg-Oberschule.