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Fundkatze nicht zu retten – "Bruder" hat neues Zuhause

Bei Jürgen Tröbitz hat Mauzi eine Bleibe gefunden.
Bei Jürgen Tröbitz hat Mauzi eine Bleibe gefunden. FOTO: dieter Babbe
Doberlug-Kirchhain. Schwanz abgetrennt und Beine gebrochen. Das Leben des kleinen Katers, der am früheren Netto-Markt in Kirchhain entdeckt wurde, konnte nicht mehr gerettet werden. Dieter Babbe

Der Tierarzt musste ihn einschläfern. Fast an gleicher Stelle ist jetzt ein weiterer, höchstens erst vier Wochen alter Kater gefunden worden. "Es handelt sich wohl um ein Geschwistertier", vermutet Sabine Delloch, Vorsitzende vom Tierschutzschutzverein. Ganz sicher glaubt sie: "Beide Kater sind ausgesetzt worden. Der eine wurde offensichtlich misshandelt!"

Die Zahl ausgesetzter und streunender Katzen habe im Finsterwalder Altkreis wieder deutlich zugenommen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres musste sich der Finsterwalder Tierschutzverein um 59 herrenlose Katzen kümmern - "so viele wie lange nicht mehr", sagt Sabine Delloch. "Kümmern heißt: Wir bringen die Tiere zum Tierarzt, der sie kastriert, und setzen sie wieder aus, wo sie gefunden wurden. Dort richten wir dann Futterstellen ein." Allein die Kastration der Fundtiere hat in diesem Jahr mehr als 3400 Euro gekostet, wobei viele Tierärzte den Tierschutzverein durch preislichen Nachlass unterstützen. "Das Geld müssen wir uns beim Deutschen Tierschutzbund und beim Landesumweltamt regelrecht erbetteln. Spenden bekommen wir kaum noch", bedauert Sabine Delloch. An zehn Futterstellen versorgen ein Dutzend Tierschützer in und um Finsterwalde gegenwärtig herrenlose, streunende Katzen. Damit deren Zahl sinkt, müssten Kommunen eine Kastrationspflicht einführen, fordert der Tierschutzbund. "Doch in den Rathäusern sieht man keinen Handlungsbedarf", bedauert Sabine Delloch und meint, man kenne offensichtlich die Realität nicht." Eine Kastrationspflicht würde viele Bürger schon aus Kostengründen davon abhalten, sich Katzen anzuschaffen, glaubt sie.

Der weiß-grau getigerte Kater, der am einstigen Netto-Markt gefunden wurde, wurde von Jürgen Tröbitz in seiner Wohnung aufgenommen. "Hier wohnen schon sieben Leute und eine Katze, dennoch haben wir Mauzi, wie wir ihn nennen, ins Herz geschlossen. Wir geben ihn nur zurück, wenn sich der Besitzer doch noch meldet. Meine Telefonnummer 035322 139023", sagt Jürgen Tröbitz.