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Fujitsu hat keine Patentrezepte für Finsterwalde in der Tasche

Finsterwalde will es im Bundeswettbewerb Zukunftsstadt unter die acht Finalisten schaffen. In dieser Woche schworen sich die Akteure auf das Ziel ein. Im angeregten Gespräch: Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Fuchs, Dr. Harald Kegler von der Universität Kassel, Bürgermeister Jörg Gampe, Ullrich Witt, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, und René Junker, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Finsterwalde (v. l.).
Finsterwalde will es im Bundeswettbewerb Zukunftsstadt unter die acht Finalisten schaffen. In dieser Woche schworen sich die Akteure auf das Ziel ein. Im angeregten Gespräch: Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Fuchs, Dr. Harald Kegler von der Universität Kassel, Bürgermeister Jörg Gampe, Ullrich Witt, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, und René Junker, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Finsterwalde (v. l.). FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Im Café sitzen und via Smartphone die naheliegende Möglichkeit prüfen und ordern, um zum nächsten Ziel transportiert zu werden. Was kann das Leben in Zukunft einfacher, ja lebenswerter machen, indem digitale Technologien helfen, effektiver mit Lebenszeit umzugehen? Im Bundeswettbewerb um die Zukunftsstadt beschäftigt sich Finsterwalde weiter intensiv mit diesen Fragen. Gabi Böttcher

Und holt sich wie in dieser Woche Rat von Externen. Nicht nur ein Mitarbeiter des japanischen Großkonzerns Fujitsu reiste in der Sängerstadt an, sondern Bejamin Bartsch, Thomas Minkus und Mikel Davila Cano im Trio. Eine Kleinstadt, die sich über ihre Zukunft als Smart City Gedanken macht? Das weckt Interesse. Patentrezepte für das Nutzbarmachen digitaler Technologien für ein lebenswertes Finsterwalde hatten die Drei nicht im Gepäck. Wie Barcelona seinen öffentlichen Nahverkehr mittels digitaler Datenautobahn managt, ist für Finsterwalde kaum nachnutzbar. Interessanter ist da schon das digitale Bildungsnetz Bayern. Das Fujitsu-Trio rollte den Ball zurück nach Finsterwalde: Smart City ist technologisch machbar. Es ist eine Frage des Budgets. Derzeit gäbe es eine Reihe von Förderquellen.

Ein Fazit der Zukunftsstadt-Debatte in dieser Woche: Grundlage für digitale Anwendungen ist es, zunächst den Bedarf dafür zu ermitteln.

Wie nicht anders zu erwarten, flogen während des angeregten Informationsaustausches Begriffe in Englisch nur so durch die Luft. Da war zum Beispiel von Blockchain die Rede. Dahinter verbirgt sich ein sicherer Weg des Kommunizierens und Managements zum Beispiel von Miet-, Strom- und Wasserverträgen sowie Abrechnungen und das Kontrollieren der Verbräuche - ohne dass ein Mensch den Zählerstand ablesen kommt. Vertragspartner können Entwicklungen auf Augenhöhe nachvollziehen.

Andy Hoffmann, Geschäftsführer der Finsterwalder Stadtwerke: "Wenn es Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie für Finsterwalde gibt, dann sind sie auch nutzbar für andere." Mit anderen Worten: Das wäre ein gewichtiger Pluspunkt im Bundeswettbewerb Zukunftsstadt. Bürgermeister Jörg Gampe kann sich digitale Anwendungen auch für einen Vertretungsunterricht von Schule zu Schule und die Telemedizin gut vorstellen. Immer wieder ins Gespräch kommt das lebenslange Lernen und ein Campus, auf dem Arbeiten, Wohnen und Leben beispielhaft zusammenspielen. Und es wird auf die Wortmeldungen der Finsterwalder Wert gelegt. Die Zeit ist offenbar reif, alle vier derzeit an der Zukunftsstadt tüftelnden Arbeitsgruppen auf dem vorgeschlagenen Campus der Brache der ehemaligen Kistenfabrik zusammenzuführen. Beim Stadtdialog am 5. Juli werden zunächst deren bisherige Arbeitsergebnisse in einer gemeinsamen Veranstaltung vorgestellt.

Zum Thema:
Jeder Finsterwalder, der sich mit Vorschlägen in den Bundeswettbewerb "Zukunftsstadt" einbringen möchte, kann dies am Mittwoch, 5. Juli, 18.30 Uhr im Oberstufenzentrum in Finsterwalde, Friedrich-Engels-Straße, tun.Die Arbeitsgruppe "Wohnlabor in der Innenstadt" trifft sich am 18. Juli um 17 Uhr vor dem Rathaus zu einem Stadtrundgang, dem sich Interessierte anschließen können.