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| 18:22 Uhr

„Füße“ für Steg im Bergheider Hafen

Es geht voran am Bergheider See an der F 60, auf einem Ponton schwimmend setzt der Kran die Dalben für Steganlage und schwimmendes Haus in den Seeboden.
Es geht voran am Bergheider See an der F 60, auf einem Ponton schwimmend setzt der Kran die Dalben für Steganlage und schwimmendes Haus in den Seeboden. FOTO: Böttcher (LR-MOB-RED-663)
Lichterfeld. Mit Verzögerung, aber nun auf der Ziellinie – für Steganlage und schwimmendes Haus werden jetzt am Bergheider See die Dalben gesetzt. Gabi Böttcher

Wenn der Seeboden mitspielt und keinen erhöhten Widerstand leistet, ist eine Dalbe in 30 Minuten in die gewünschte Tiefe versenkt. Das gelang am Freitag Vormittag im Hafenbecken des Bergheider Sees. Zu Füßen des Besucherbergwerkes F 60 werden derzeit elf Stahldalben in den Grund des Sees gerammt. Geliefert wurden sie von der Wilde Metallbau GmbH aus Massen im Auftrag der SGL mbH. Michael Matthes, Abteilungsleiter Projektmanagement der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), und dessen Kollege Holger Blumtritt verdeutlichten beim Vor-Ort-Termin mit Gottfried Richter, Amtsdirektor des Amtes Kleine Elster, dem Lichterfeld-Schacksdorfer Bürgermeister Ditmar Gurk und Michael Nadebohr, Geschäftsführer des Besucherbergwerkes F 60, den Fortgang der Arbeiten.

Eigentlich sollten die Steganlage und der Rohbau des innovativen Autartec-Hauses schon im vorigen Herbst auf dem Bergheider See zu sehen sein. Auflagen der Statiker und Größenanpassungen mussten jedoch vorgenommen werden und verzögerten die Arbeiten. In dieser Woche ist nunmehr mit dem Rammen der Dalben für die Steganlage begonnen worden.

Der Montageplatz für das schwimmende Haus ist fertig. Hier konnten die gut 15 Meter langen Stahldauben mit einem Durchmesser von 711 Millimetern angeliefert werden. Fünf Pontons liegen bereits in der Werkstatt von Metallbauer Wilde zur Abholung bereit.

Für das Rammen der Dalben hat die SGL mbH die Firma Mette gewonnen. LMBV-Projektmanager Holger Blumtritt: "In der nächsten Woche sollen alle elf Dalben gesetzt sein. Dann können die Pontons eingefügt werden." Eine besondere Herausforderung ist es, dass die Steg- und Pontonkonstruktion auf sich verändernde Wasserstände reagieren kann und beweglich ist. Nach dem genauen Bestimmen der Koordinaten für die Dalben-Standorte erfolgten zunächst Vorbohrungen im Erdreich. Sind die Dalben in die richtige Position im Wasser gebracht, kommt die sogenannte Freireiter-Vibrationsramme zum Einsatz. Sie wird von dem schwimmenden Kran auf die Dalbe gesetzt und die Schwingungen in diese übertragen. Reicht die Kraft der Vibrationsramme nicht, um die Dalbe in die geplante Endposition zu bringen, wird sie dorthin gepresst. So erklärt sich die gestern noch unterschiedliche Höhe, in der die bereits eingesetzten Dalben aus dem Wasser schauten. Bei gut 1,50 Meter über dem Wasserspiegel liegt das gewünschte Maß.

"Das ist die schönste Baustelle, die ich je hatte. Das zu sehen, macht riesigen Spaß. Wer hat schon eine Wasserbaustelle?", sagt Amtsdirektor Gottfried Richter. Der Lichterfeld-Schacksdorfer Bürgermeister Ditmar Gurk sieht sich bereits im Paddelboot am schwimmenden Haus vorbeiziehen. Gemessen an der mehr als ein Jahrzehnt alten Vision vom Besuchermagneten Bergheider See, mangelt es ihm nun nicht an einer Restportion Geduld. LMBV-Projektmanager Holger Blumtritt erinnert sich gar an das Jahr 1978, als er als Lehrling zu Braunkohle-Vorerkundungen in der Region war. Jetzt kommt der Cottbuser gern mit Gästen hierher. Vorangeschritten ist nunmehr auch die Begrünung der Böschungen am Hafeneinschnitt. An der Westböschung sind im Frühjahr in einem Abschnitt Schwarzkiefern gepflanzt worden. Festgehalten wird an dem Ziel, Ende August, Anfang September alle Voraussetzungen für die Montage des schwimmenden Hauses getroffen zu haben.