ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:14 Uhr

Sonderausstellung
Fürs kollektive Gedächtnis: „Gesammelt“

Mit den lustigen Sängerfiguren aus Holz verstehen sich Musiklehrerin Doris Sailer und Chorleiter Joachim Walter bestens.
Mit den lustigen Sängerfiguren aus Holz verstehen sich Musiklehrerin Doris Sailer und Chorleiter Joachim Walter bestens. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Finsterwalder Sänger- und Kaufmannsmuseum zeigt bis zum 4. November Sammlungsschätze aus dem Depot. Von Jürgen Weser

Die Sonderausstellung „Gesammelt“ im Finsterwalder Sänger- und Kaufmannsmuseum präsentiert Sammlungsschätze des Hauses. Im Rahmen der Ausstellungen des Elbe-Elster Museumsverbundes zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 werden Blicke auf Raritäten eines umfangreichen Sammlungsbestandes gewährt. Zahlreiche Besucher der Vernissage staunten über die in den letzten Jahren erworbenen Kulturgüter.

„Ich will lieber einen Mann“, sang die Erwachsenen-Vokalgruppe „The Pickup’s“ der Kreismusikschule im stimmungsvollen Begleitprogramm. Der war allerdings in der Ausstellung nur in Form der Sängerholzfiguren als Platzhalter für Stammtische zu sehen, nicht zu haben. Dafür konnten die Ausstellungbesucher über Originaldokumente von Finsterwalder Zünften staunen wie die der Bäckerinnung auf Pergament von 1580, gezeichnet durch Otto II. von Dieskau. Erinnerungen wurden bei älteren Besuchern wach beim Betrachten großformatiger dreidimensionaler Papplithographien als Werbeaufsteller für Messmer Tee oder Original-Tabak-Blechdosen aus dem Jahr 1920. An Finsterwalde als Industrie- und Handwerkerstandort des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts wird erinnert, an Kaufmannstraditionen wie die von Kaufmann Wittke, dessen Laden den Grundstock des heutigen Finsterwalder Museums bot. Museumsgründer Paul Troschke würde sich über die aktuelle Präsentation ebenso freuen wie es der langjähre Museumsleiter Dr. Rainer Ernst während der Vernissage tat.

„Das Museum als Ort des kollektiven Gedächtnisses“ beschrieb Museumsleiter Olaf Weber die Sammlungstätigkeit als wichtigste Aufgabe aller Museen. In dem Zusammenhang bedankte er sich bei vielen Förderern und Spendern wie bei dem Massener Dieter Stellmacher für seine übergebene umfangreiche Gläsersammlung. Besonders hilfreich sei, so Weber, die Kooperation mit der Sparkasse Elbe-Elster und der Sparkassenstiftung mit einem festen Fonds seit 2014, wodurch zahlreiche Erwerbungen und die Anschaffung zum Beispiel der Audio-Guides möglich gemacht wurden.

Die Aussage von Sparkassenvorstand Jürgen Riecke: „Wir halten zum Elbe-Elster Museumsverbund und stehen weiter zur Verfügung“, klang sehr gut in den Ohren von Babette Weber als Leiterin des Museumsverbundes. Außerdem wolle man, so Riecke, mit anteiligen Förderungen auch die Förderung durch staatliche Stellen ermöglichen.

Die Sonderausstellung „Gesammelt“ profiliert das Finsterwalder Museum weiter als „kollektives Gedächtnis“ für die Geschichte des Gesangs, des Einzelhandels und der regionalen Geschichte. Das erlebten die Besucher der Eröffnung wie Bürgermeister Jörg Gampe. Bis zum 4. November können Besucher im Sänger- und Kaufmannsmuseum interessante Entdeckungen machen und ihr eigenes Gedächtnis auffrischen.