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| 12:28 Uhr

Neues Auto für einmaliges Projekt
Auf acht Rädern zum Projektziel

 Verkehrswächter und Gäste vor dem neuen Transporter der Kreisverkehrswacht.
Verkehrswächter und Gäste vor dem neuen Transporter der Kreisverkehrswacht. FOTO: Dieter Babbe
Finsterwalde. Die Verkehrswächter in Elbe-Elster freuen sich über ein neues Auto. Es soll bei der Umsetzung eines im Land Brandenburg bisher einmaligen Projekts zur Verkehrserziehung in den Kitas helfen, in das inzwischen knapp 70 Prozent der Kinder des Kreises einbezogen sind.

Manfred Wesemann, ein Verkehrswächter der ersten Stunde, erinnert sich noch an die Zeit gleich nach der Wende. Die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster war gerade gegründet, hatte noch bei der Kreisverwaltung im Haus der Freundschaft ihren Sitz – das inzwischen nur noch als Ruine dasteht. „Schon damals haben wir auch Verkehrserziehung mit den Steppkes in den Kitas gemacht. Allerdings mussten wir mit unseren privaten Autos in die Einrichtungen fahren, den Kofferraum vollgepackt mit verschiedenen Materialien.“ Diese Gedanken schossen dem 72-Jährigen durch den Kopf, als er dieser Tage vor einem blitzblanken, nagelneuen Transporter stand.

Das Fahrzeug ist ein Geschenk an die Kreisverkehrswacht – es ist gesponsert, wie es heute besser heißt. Die Landesverkehrswacht Brandenburg stellte 20 000 Euro aus Fördermitteln des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg zur Verfügung, 5000 Euro legte die Stiftung der Sparkasse Elbe-Elster dazu. Jetzt ist der Transporter von Rainer Genilke, dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Brandenburg, und von Thomas Hettwer, dem Vorsitzenden der Stiftung der Sparkasse Elbe-Elster, an den Verein übergeben worden.

Damit ist die Kreisverkehrswacht, die in der kreislichen Musikschule in der Finsterwalder Tuchmacherstraße ihren Sitz und auf dem Hof auch Garagen hat, im Besitz von bereits zwei Fahrzeugen. Der ältere Transporter ist bereits in die Jahre gekommen, ihm sind die zehn Jahre und die bisher zurückgelegten 100 000 Kilometer aber noch nicht anzusehen.

„Wir brauchen ein neues, ein zweites Fahrzeug allein für unser jüngstes Projekt, für das wir nahezu täglich unterwegs sind“, erklärt Dieter Babbe, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht – und meint die Verkehrserziehung in den Kindereinrichtungen des Elbe-Elster-Kreises. Die Verkehrswächter haben sich – angesichts immer wieder schlimmer Unfälle mit Kindern – vorgenommen, in den nächsten Jahren alle Schulanfänger in allen Kitas zwischen Elbe und Elster in die Verkehrserziehung einzubeziehen. Für dieses Schuljahr wären das immerhin mehr als 900 Kinder in 81 Einrichtungen. Voraussetzung ist allerdings, dass die betreffenden Kommunen einen geringen Kostenanteil beisteuern.

Das allermeiste Geld, mit dem zwei Verkehrswächter für dieses Projekt bezahlt werden können, kommt vom Bund. Mit Hilfe eines neuen Programms zur Förderung von Langzeitarbeitslosen, das erst im November vorigen Jahres vom Bundestag beschlossen wurde, haben Thomas Nissen und Holmar Zeisbrich einen Job auf Zeit gefunden. Anfangs noch mit dem alten Fahrzeug, seit kurzem schon mit dem neuen, sind sie seit Jahresanfang kreuz und quer im Landkreis unterwegs. Auf spielerische Weise lernen die Kinder von ihnen, wie sie sich richtig auf der Straße verhalten und was sie bei ihrem Schulweg beachten müssen. Die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster ist die erste Verkehrswacht in Brandenburg, die dieses Projekt auf die Beine gestellt hat und den Kommunen anbietet.

Ohne zu zögern hat Jörg Gampe, Bürgermeister von Finsterwalde und Schirmherr der Kreisverkehrswacht, als erster die Vereinbarung zur Unterstützung des Projektes schon im vorigen Jahr unterschrieben. Mit 2520 Euro stellt die Sängerstadt von allen Kommunen den größten Betrag aus der Stadtkasse zur Verfügung, in den meisten anderen Kommunen handelt es sich um wenige Hundert Euro. Das sei gut angelegtes Geld, erklärt Jörg Gampe, „schließlich geht es um eine sichere Zukunft unserer Kinder“.

So sehen das auch andere Bürgermeister, so aus Doberlug-Kirchhain, Elsterwerda und Uebigau-Wahrenbrück sowie die Amtsdirektoren der Ämter Kleine Elster, Elsterland, Plessa, Schlieben, Schradenland und Röderland, die das Projekt bisher unterstützen. „Gern würden wir auch die Kita-Kinder in Bad Liebenwerda, Falkenberg, Herzberg, Mühlberg, Schönewalde und Sonnewalde in die Verkehrserziehung einbeziehen. Gerade in den Städten wäre die Verkehrserziehung besonders wichtig“, betont Babbe und bedauert, dass bisher erst knapp 70 Prozent der betreffenden Kinder des Landkreises in das Projekt einbezogen sind. „Wir wollen, dass sich unsere Arbeit herumspricht und sie letztlich auch die Entscheidungsträger in den anderen Kommunen überzeugt, ihren Kindern diese Verkehrserziehung nicht vorzuenthalten.“

 Verkehrswächter und Gäste vor dem neuen Transporter der Kreisverkehrswacht.
Verkehrswächter und Gäste vor dem neuen Transporter der Kreisverkehrswacht. FOTO: Dieter Babbe
(dbe)