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| 15:18 Uhr

Im Streit mit dem Land
Für Fröschkes dauert B 96-Frust an

Im Mai vorigen Jahres schilderte Kathleen Fröschke ihre Nöte mit der Umverlegung der B 96. Gut acht Monate später sind sie nicht vom Tisch.
Im Mai vorigen Jahres schilderte Kathleen Fröschke ihre Nöte mit der Umverlegung der B 96. Gut acht Monate später sind sie nicht vom Tisch. FOTO: Gabi Böttcher / LR
Massen/Finsterwalde. Für in Anspruch genommene Fläche hat Firmenchefin noch immer keinen Cent gesehen.

Die Bauarbeiten an der umverlegten Trasse der Bundesstraße 96 schreiten voran. Ab kommendem Montag ist der Knotenpunkt an der Massener Turmstraße für den Verkehr gesperrt. Bauarbeiten für den  Kreisel beginnen. Und noch immer ist für die Geschäftsführerin der Fröschke FILA GmbH, Kathleen Fröschke, der Streit um Zahlungen und Entschädigungsleistungen für in Anspruch genommene Flächen und Einschränkungen nicht beendet.

Zur Erinnerung: Für das  Bauvorhaben hatte die Fröschke FILA GmbH 8000 Quadratmeter, die Hälfte des Firmengrundstückes, abgeben müssen. Grundsätzlich einverstanden mit dem Bau und nicht auf Streit gepolt, hatte die Unternehmerin einem Vergleich zugestimmt, der mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung geschlossen wurde. Das war im Herbst 2014. Es geht ins vierte Jahr, dass sie noch immer keinen Cent für das abgegebene Grundstück erhalten hat. Grund genug für die Unternehmerin, deren Geduldsfaden noch immer auf eine harte Probe gestellt wird, zum Jahresende 2017 vor Gericht  Klage einzureichen. Hinzu kommen mehr als 10 000 Euro Kosten, die  wegen einer vor der Baumaßnahme nicht verlegten  und schließlich defekten Leitung in Form von Wasser in den Boden gesickert waren. Diese Rechnung hat Kathleen Fröschke inzwischen gegenüber den Stadtwerken Finsterwalde beglichen. Obwohl sie die defekte Leitung klar  als Ergebnis der Bauarbeiten deklariert. Die sich  noch dazu auf einem Grundstück abspielten, das ihr nicht mehr gehört.  Aus dem zuständigen Ministerium heißt es inzwischen auf erneute Nachfrage der RUNDSCHAU, dass zur „Ermittlung der Höhe der Entschädigung für die in Anspruch genommene  Firmenfläche ein öffentlich bestellter Sachverständiger beauftragt wurde“. Grundlage und Umfang des notwendigen Grunderwerbs bilde der Planfeststellungsbeschluss. Was den Wasserverlust durch die defekte Leitung angehe, habe sich der Landesbetrieb Straßenwesen offen gezeigt, „ für Schäden einzutreten, wenn dafür hinreichend belegbare Ursachen und Gründe vorliegen“. Auf Grundlage der Ausführungen eines von der Unternehmerin bestellten Gutachters sollen Regelungen getroffen werden. Ob ein feierlicher Banddurchschnitt für die umverlegte Bundesstraße 96 getrübt von diesem noch immer nicht beigelegten Konflikt über die Bühne gehen wird? Ministeriumssprecher Steffen Streu gegenüber der RUNDSCHAU: „Die unterschiedlichen Auffassungen und Wissensstände, die durch neutrale Sachverständige aufgeklärt werden müssen und entsprechende Zeit benötigen, sollten bis zur Eröffnung des neuen Teilabschnittes geklärt sein.“ Durch „örtliche Anpassungen“ der Baustelle seien inzwischen in gegenseitiger Absprache einige Einflüsse auf das Gelände der Firma vermieden worden.

Kathleen Fröschke bleibt Optimistin. Wenn sie jedoch geahnt hätte, wieviel Kraft es sie noch kosten würde, einen mit keinem geringeren als dem Ministerium für Infrastruktur Brandenburg geschlossenen Vertrag umzusetzen – sie hätte ihre Unterschrift wohl nicht gegeben.