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| 12:35 Uhr

Tollkühne Männer in fliegenden Kisten
Für das richtige Fluggefühl „oben ohne“

Pilot Detlef Otto und Mitflieger Stefan Krenzow im Bergfalken-Cabrio legten neben der obligatorischen Kappe und Brille auch einen weißen Schal an, der beim Start stilecht flatterte.
Pilot Detlef Otto und Mitflieger Stefan Krenzow im Bergfalken-Cabrio legten neben der obligatorischen Kappe und Brille auch einen weißen Schal an, der beim Start stilecht flatterte. FOTO: FSV Otto Lilienthal
Finsterwalde. 21. Kleines Segelflug-Oldtimertreffen machte in Finsterwalde Station.

Bergfalke, Rhönschwalbe, Lommatzsch Libelle und Grunau Baby – das sind Namen, die das Herz des Liebhabers von Oldtimer-Segelflugzeugen höher schlagen lassen. Beim 21. Kleinen Segelflug-Oldtimertreffen auf dem Flugplatz Finsterwalde-Heinrichsruh waren diese Flugzeuge vor wenigen Tagen ebenso dabei wie eine englische Slingsby T.21, mehrere Foka 5 und eine Foka 4, der historische Schulgleiter SG 38 des Vereins und ein Lehrmeister, allesamt liebevoll gepflegt, flugfähig und am Himmel über Finsterwalde unterwegs.

Am Platzrand stand das zugehörige Zeltlager der rund 60 Piloten und Unterstützer aus Deutschland, Dänemark und Tschechien, die von der gastgebenden Flugsportvereinigung „Otto Lilienthal“ e.V. umsorgt wurden. Allseits gelobt wurden die guten Bedingungen des Flugplatzes.

Henry Prenzlow und Uwe Wolf in einer Slingsby T.21– der Segler diente einst zur Ausbildung von Piloten der englischen Royal Air Force.
Henry Prenzlow und Uwe Wolf in einer Slingsby T.21– der Segler diente einst zur Ausbildung von Piloten der englischen Royal Air Force. FOTO: FSV Otto Lilienthal

Das Oldtimer-Treffen zieht seit Jahren über die Flugplätze Deutschlands und machte in diesem Jahr in Finsterwalde Station. Die Finsterwalder Flieger hüten und fliegen selbst mehrere Segelflugzeug-Oldtimer und wurden für die Restaurierung eines Lehrmeisters mit dem Denkmalpflegepreis des Landkreises Elbe-Elster geehrt. Bei dem beliebten Treff stehen der Austausch und das gemeinsame Fachsimpeln ebenso im Fokus wie das Fliegen mit den Oldtimern. Während die überwiegende Zahl der historischen Schätze auf Rädern nach Finsterwalde kam, hatte Christian Bujack aus Bad Berka die 180 Kilometer lange Anreise mit seiner Foka 5 auf dem Luftweg absolviert – zurück geflogen wurde der Segler dann am Sonntag von Manfred Materne, einem ehemaligen Finsterwalder.

Insgesamt waren 18 Segelflugzeug-Oldtimer am Start, darunter eine Slingsby T.21, die von Henry Prenzlow und Uwe Wolf vom Fliegerclub Brandenburg e.V. geflogen wurde. Die Besonderheit: Der Segler ist ein Cabrio, hat also keine Kanzel. „Da hat man das richtige Fluggefühl“, verriet Uwe Wolf, bevor er sich die Pilotenkappe und -brille aufsetzte und von der inzwischen ebenfalls historischen Motorwinde der Finsterwalder Flieger in die Luft gebracht wurde.

Die Slingsby, Baujahr 1954, kauften Wolf und Prenzlow gemeinsam mit zwei anderen Piloten vor einigen Jahren „aus einer Laune heraus“, ohne dabei genau zu schauen, wo das Flugzeug eigentlich stand. Geholt werden musste es schließlich aus Finnland, zugelassen wurde der ehemalige Ausbildungssegler der Royal Air Force in England, „war aber jede Mühe wert“, so die beiden Piloten, die den Oldtimer regelmäßig fliegen und auch Rundflüge damit anbieten.

(pm/leh)