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Kommunales
Frühlingsfest in Doberlug-Kirchhain wackelt

Doberlug-Kirchhain. Stadtverordnete halten mehr als 10 000 Euro als Zuschuss von der Stadt für zu hoch. Von Heike Lehmann

Wird es im nächsten Jahr ein Frühlingsfest in der Kloster- und Gerberstadt geben? Nachdem die bisherigen Betreiber ihren Vertrag mit der Stadt gekündigt haben, waren die Stadtverordneten vor der Sommerpause einstimmig für die öffentliche Ausschreibung des Frühlingsfestes 2018 bis 2020. Daran, dass es auch 2018 und in den folgenden Jahren wieder Frühlingsfeste – abwechselnd in den beiden Stadtteilen Doberlug und Kirchhain – geben solle, ließen die Abgeordneten in ausführlichen Diskussionen in den Ausschüssen keinen Zweifel. Am zweiten Mai-Wochenende soll es weiterhin alle Altersgruppen ansprechen und auch überregionale Anziehungskraft aufweisen. Für potenzielle Bewerber wurde in der Ausschreibung auf Anregung der CDU-Fraktion logistische Mithilfe und Finanzierung von festen Programm- oder Organisationsbestandteilen durch die Stadt angeboten.

Genau darum entwickelte sich im Haupt- und Finanzausschuss aber eine kontroverse Diskussion. Einem jährlichen Zuschuss von 10 300 Euro an POP Projekt Veranstaltungsservice, Roland Hänzka, aus Lauchhammer – dem einzig verbliebenen von ohnehin nur zwei Bewerbern – wollte man nicht zustimmen. „Viel zu hoch“, sagten Abgeordnete von CDU, SPD und Linken. Gert Fest, Fraktionsvorsitzender der WBU-LUN hingegen sagte: „Das ist 1 Euro pro Einwohner. Wenn wir es nicht versuchen, ist das Frühlingsfest tot. Eine neue Ausschreibung ist zeitlich nicht machbar.“ Lutz Kilian, SPD/FDP-Fraktionschef, erklärte: „Wir sind nicht gegen das Frühlingsfest, aber diese Bezuschussung ist zu hoch.“ Bei 5000 Euro liege bei seiner Fraktion die Höchstgrenze.

Karla Pohl, Faktionschefin der Linken, und Klaus Rippe (WBU-LUN) regten an, mit dem Bewerber zu reden, ob Abstriche am Programm und damit eine kostengünstigere Variante möglich sind. CDU-Fraktionschef Thomas Boxhorn warf dagegen der Verwaltung eine „unkorrekte und amateurhafte Ausschreibung“ vor. Seiner Auffassung nach hätte die Summe von 10 000 Euro aus Wettbewerbsgründen darin festgeschrieben sein müssen. Fachbereichsleiter Fred Richter führte ins Feld, dass die Ausschreibung mit der Kommunalaufsicht abgestimmt war und auch der CDU-Fraktion vorgelegen habe. Die Entscheidung wurde bis zur Sitzung der Stadtverordneten vertagt.

Die Sitzung der Stadtverordneten beginnt am Mittwoch um 18 Uhr im Rathaus. Weitere Themen sind die Wahlprüfung der Bürgermeisterwahl, die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, die Änderung der Friedhofssatzungen für Dübrichen, Hennersdorf, Nexdorf, Trebbus und Lichtena sowie ein 1. Nachtrag zur Kreuzungsvereinbarung für das Brückenbauwerk Schönewalde/Frankena. Außerdem gibt es Informationen zum Haushalt 2018.