Mit dem Fahrrad ist Jürgen Schlinger früher nicht in seinen Betrieb gefahren, den kurzen Weg von der Wohnung bis dorthin konnte er zu Fuß gehen. Und dennoch spielte das Fahrrad in der Tischfabrik eine große Rolle. Der leidenschaftliche Fotograf, der von 1963 bis 1992 in der Tischfabrik tätig war, hat alte Bilder hervorgekramt, die seine Brigade "Friedrich Engels" zeigen. "Das war im Mai 1974. Wir waren bei einem Ausflug in den Wäldern und bis zum Tagebau rund um Pechhütte unterwegs - und sind dann eingekehrt. Viele von meinen Kolleginnen und Kollegen auf dem Foto leben schon nicht mehr." "Wir sind mit dem Radl da" ist der Beitrag im Brigadetagebuch überschrieben, der an einen schönen Ausflug erinnert. Jürgen Schlinger ist jetzt gespannt, "wer sich am Sonnabend noch alles vorm früheren Werkseingang in der Naundorfer Straße einfinden wird."

Spannung herrscht auch beim Verein "LebensART", der morgen zum Straßenfest diesmal nicht nur in die Lange Straße einlädt. Das erste Finsterwalder Fahrradfest findet auch auf dem Marktplatz statt, wo sich am Nachmittag bei einem bunten Programm alles um das Fahrrad drehen wird. "Über ein halbes Jahr haben wir geplant und organisiert und konnten so wieder jede Menge auf die Beine stellen", sagt der Vorsitzende Lutz Müller. So wird es in der Langen Straße zwei Bühnen geben, auf der Gruppen, wie Marble Cake oder The Six Swans, musizieren. BMXler aus Finsterwalde zeigen ihre Kunststücke auf zwei Rädern. Etwas fürs Auge bietet auch die Tanzperformance von Laura Siegmund in der kleinen Galerie Grenouille.

In einer großen Tombola, zu der jeder Radler kostenlos Lose bekommt, kann man attraktive Preise gewinnen, so einen Rundflug über die Region und ein nagelneues Citybike im Wert von 450 Euro. Miss Sängerfest Janette Freidrich wird um 18 Uhr die Gewinner ziehen. Man kann auch seinem Glück etwas nachhelfen. Jeweils 100 Euro stiftet der Verein "LebensART" für den Teilnehmer mit dem skurrilsten Fahrrad oder mit dem größten Gepäckträger. "Eine Bitte an alle: Wer am Sonnabend zum Straßenfest kommt, sollte sein Fahrrad mitbringen - gefahren oder geschoben, auf jeden Fall dabei sein", sagt Lutz Müller.