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| 01:06 Uhr

Fritz Kühne und „sein“ Sportplatz

SONNEWALDE.. Fritz Kühne ist das derzeitig älteste Mitglied des Sportvereins Blau-Gelb 90. Aus dem Jahre 1948 datiert sein Mitgliedsausweis, damals hieß der Sportverein noch Traktor Sonnewalde. Doch wer denkt, Fritz Kühne hätte sich schon zur Ruhe gesetzt, der kennt den 73-jährigen Sportler sehr schlecht.


Mit Faustball fing damals alles an. Fußball hat er natürlich auch gespielt, wie es sich für eine echte Sonnewalder Sportskanone gehört. Bei den Keglern war er gewesen, doch seine große Leidenschaft gehörte immer dem Tischtennis. Bis zum vergangenen Jahr spielte er noch in der Kreisklasse der „Alten Herren“ , und im Jahr davor holten sie sich sogar in ihrer Klasse den Kreismeistertitel. Und als hätte er mit seinen ganzen sportlichen Aktivitäten und seinem Geschäft - Fritz Kühne war der Barbier von Sonnewalde und hat so ziemlich jedem Sonnewalder schon einmal den Kopf gewaschen und Haare geschnitten - nicht schon genug zu tun gehabt, spielt er schon seit 54 Jahren im Spielmannszug und marschiert natürlich noch mit.
Doch seine ganz große Leidenschaft ist der Sportverein. Heute pflegt er den heiligen Rasen des Klubs - was keine einfache Sache ist, besonders bei der anhaltenden Trockenheit. Doch das Grün ist so gepflegt, man möchte fast die Schuhe ausziehen, bevor man es betritt. Fritz Kühne hat den Platz mit aufgebaut und zu dem gemacht, was er heute ist: eine Spielstätte, wo hervorragender Fußball gespielt wird, und darauf ist er mit Recht stolz. Mehrmals am Tag schaut er, ob auch alles in Ordnung ist, und der Rasensprenger richtig läuft. Und er hält den Kontakt zur Stadt, wenn der Mäher wieder einmal auf den Platz muss. Noch gut kann er sich erinnern, wie damals alles aussah. „Dahinten, im hinteren Drittel, das war alles Urwald. Wir mussten roden, Erde auffüllen, alles begradigen und das mit einfachsten Mitteln.“ Einen Lohn für die viele Arbeit, die er heute noch für den Verein macht, den will er nicht. „Das wäre ja noch schöner, wenn man die Hand aufhalten würde. Der Verein hat mir so viel gegeben. Jahrzehnte konnte ich die Anlagen und Geräte mit nutzen, wir hatten wunderbare Zeiten. Und heute bin ich Ehrenmitglied, muss also auch keinen Beitrag bezahlen, und da möchte ich etwas zurückgeben. Das ist doch selbstverständlich!“ Eine Einstellung, die heute leider nicht mehr weit verbreitet ist. Auch die Erfolge seines Vereins sind für ihn ein stückweit Lohn. Bei jedem Auswärtsspiel ist Fritz Kühne dabei, und wenn er über die Nachwuchsarbeit spricht, schlägt sein Herz schneller.
Doch sein Herz gehört nicht nur dem Sport, dem Verein und dem Spielmannszug, es gehört auch seiner Frau Elfriede. „Ohne ihre Einsicht und ihr Verständnis hätte ich das alles nie machen können.“