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Frischekur für die Trinitatiskirche

Lichtplanerin Maria Goldberg hat für die Finsterwalder Trinitatiskirche ein neues Lichtkonzept entwickelt. "Die neuen Leuchten passen gut in unsere Kirche", sagt Pfarrer Markus Herrbruck.
Lichtplanerin Maria Goldberg hat für die Finsterwalder Trinitatiskirche ein neues Lichtkonzept entwickelt. "Die neuen Leuchten passen gut in unsere Kirche", sagt Pfarrer Markus Herrbruck. FOTO: Franziska Dorn
Finsterwalde. Michael Häusler, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates in Finsterwalde, ist zufrieden. Immer wieder richtet er seinen Blick von der Orgelempore aus in den Kirchenraum und nickt zustimmend. Franziska Dorn

Genauso hatte er es sich vorgestellt. Zum ersten Mal erlebt er die zehn neuen Leuchten, die in den vergangenen Wochen in der Kirche ausgetauscht wurden, im Einsatz. Dezent, aber wirkungsvoll setzen sie den Raum in Szene. Auch Pfarrer Markus Herrbruck ist begeistert. "Vor allem der Altarraum entfaltet eine ganz neue Wirkung. Er wirkt offener, heller und freundlicher", sagt er.

Der Bereich vor dem Renaissancealtar war es, der Anlass gab, über eine Veränderung nachzudenken. In verschiedenen Situationen habe das Licht nicht mehr ausgereicht, teilweise habe es geblendet. Lichtplanerin Maria Goldberg, die ihr Büro in Finsterwalde hat, wurde mit einem Beleuchtungskonzept beauftragt, das sowohl beim Gemeindekirchenrat als auch beim kirchlichen Bauamt und den Denkmalschutzbehörden auf prompte Zustimmung stieß. Dabei hat sie nicht nur den östlichen Bereich betrachtet, sondern ein Konzept für den gesamten Innenraum entwickelt.

"Um den Eingriff in die denkmalgeschützte Bausubstanz so gering wie möglich zu halten, haben wir die Deckeneinlässe der vorhandenen Leuchten genutzt. An die Stelle der mit Glüh- und Energiesparlampen ausgestatteten Leuchter sind die zurückhaltenden LED-Pendelleuchten gerückt. Wer den Kirchenraum betritt, wird feststellen, dass prägende Elemente wie die reich verzierte Orgel, der Altar und die Kanzel wieder mehr in den Fokus des Betrachters rücken, denn die Leuchten ordnen sich dem Kirchenraum unter und werden nicht selbst zum Objekt."

Natürlich spielt auch die Funktionalität eine Rolle. Im Hinblick auf die alternde Gesellschaft seien bessere Sehbedingungen geschaffen worden. Die neuen Leuchten werden das Lesen der Liedtexte erleichtern. Und auch vor Gotteshäusern macht das Smart-Home-Konzept nicht halt. Die Leuchten werden einzeln oder in Gruppen per Touchpad anzusteuern und zu dimmen sein, sodass möglichst viele Situationen berücksichtigt werden können. An der Steuerung arbeiten gegenwärtig die Mitarbeiter der Firma SDF Event und Medientechnik gemeinsam mit Elektromeister Jens Wohmann aus Finsterwalde. Und weil man einmal dabei ist, Kabel zu verlegen, wird auch die Audiotechnik auf den aktuellen Stand gebracht. Neue, ebenso dezent verbaute Lautsprecher werden die Sprachverständlichkeit in der Kirche erhöhen. Zugleich soll eine Induktionsschleife für Hörgeräte-

nutzer aktiviert werden.

Teil der Frischekur für die Trinitatiskirche war zudem ein neuer Anstrich im Altarraum durch Restauratorin Evelin Waldmann aus Nexdorf. Anfang Juli haben die beteiligten Firmen mit den Arbeiten begonnen. Ende August sollen wieder Gottesdienste in der Kirche gefeiert werden. Gerüst und Baustaub sind bereits gewichen, aber bei den Leuchten sei noch Feinschliff nötig, wie Maria Goldberg informiert. An der Höhe und der Einstellung müsse noch gearbeitet werden. Auch der Praxistest bei Dunkelheit stehe noch aus, informiert die Jungunternehmerin, die mit der Trinitatiskirche ihr erstes großes Projekt realisieren konnte. Für dieses Vertrauen sei sie der Kirchengemeinde sehr dankbar. Auch die Zusammenarbeit mit den Behörden, den Mitarbeitern von Elektro-Wohmann, SDF und Metallbau Häusler habe ihr Freude bereitet.

Zuletzt ist der Innenraum der Kirche in den 1970er-Jahren saniert worden. In der Vergangenheit hat man in Einzelmaßnahmen verschiedene Innenbereiche der Kirche saniert und funktionalisiert.

Die Finsterwalder Trinitatiskirche ist ein reformatorischer Referenzbau aus dem 16. Jahrhundert. Insbesondere die Kanzel aus Sandstein und das Deckenkreuzgewölbe werden als bedeutsam eingestuft. Die Kirchengemeinde zählt etwa 3000 Gemeindeglieder.