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| 01:08 Uhr

Friedhofsgebühren für Gahro im Visier

Gahro.. Vermeintlich keine Zeit verschwenden wollten die Gemeindevertreter von Crinitz. Sie trafen sich schon am Abend des ersten Arbeitstages im neuen Jahr. Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Verabschiedung der neuen Gebührensatzung für den Gahroer Friedhof.

Dies machte sich notwendig, um mit dem neuen Haushalt vor dem Landkreis zu bestehen. Doch es sollte anders kommen.

Zunächst mussten die Gemeindevertreter erst einmal rückwirkend eine Gebührensatzung für das abgelaufene Jahr verabschieden. Durch die „Zwangseingemeindung“ von Gahro wirtschaftete man 2004 ohne ordentliche rechtliche Grundlage. Zur Vereinfachung hatte man kurzerhand die Gebühren des Crinitzer Friedhofs übernommen. Diese Verfahrensweise wurde nun im Nachgang legitimiert.
Danach stand zur Debatte, damit der Haushalt wasserdicht ist, dass Gahro selbst eine eigene Gebührensatzung benötigt. Karin Hänschen, im Amt Kleine Elster verantwortlich für die Friedhofsverwaltung, sollte den Gemeindevertretern Rede und Antwort stehen, über das Zustandekommen der in ihren Augen zu hohen Gebühren. Dies gelang ihr nur bedingt. Im Vorfeld schon hatte der Gahroer Ortsbeirat eine genaue Offenlegung der Kalkulation und der Abschreibungssätze verlangt, worauf Elke Bischoff und Uwe Fiedler mit Nachdruck verwiesen. Unklarheiten gab es besonders über die Abschreibungssätze für das Gebäude auf dem Friedhof.
Genaue Zahlen konnte Karin Hänschen an diesem Abend den Gemeindevertretern nicht präsentieren, sie verwies nur darauf, „dass der Haushalt nicht aufgehe und die Gebühren deshalb so hoch angesetzt sind.“ Vom Gesetzgeber her ist es untersagt, dafür Geld aus der Gemeindekasse zu verwenden. „Wir mussten einfach so kalkulieren, wenn wir vor dem Landkreis mit dem Haushalt bestehen wollen“ , verteidigte Karin Hänschen ihre Zahlen.
Doch damit fand sie vor allem bei den Gahroer Gemeindevertretern kein Gehör. „Bevor hier nicht glasklare Zahlen vorliegen, gehe ich da nicht mit“ , so Uwe Fiedler und die meisten Vertreter stimmten ihm zu. Elke Bischoff verwies auf die Gefahr: „Wenn man jetzt vorschnell eine Entscheidung trifft, müssen wir vielleicht in zwei Jahren wieder darüber debattieren und wieder eine neue Satzung verabschieden.“
Die Bedenken sind berechtigt, immerhin plant die Verwaltung eine Erhöhung der Friedhofsumlage von derzeit acht Euro für jede Grabstelle, sei es ein Reihen-, Wahl- oder Urnengrab, auf 17 Euro. Eine Steigerung von mehr als 100 Prozent. Die Friedhofsumlage dient der Bewirtschaftung der Anlage und wird nur für Einwohner erhoben, die eine Grabstätte auf dem Friedhof besitzen.
Die Gemeindevertreter vertagten ihre Entscheidung auf die Februar-Sitzung. Karin Hänschen muss nun bei der Rechtsabteilung des Amtes prüfen lassen, ob dies möglich ist. Dass es aber zu einer gravierenden Erhöhung der Friedhofsumlage in Gahro kommen wird, bestätigte sie gegenüber der RUNDSCHAU am Rande der Sitzung. (top)