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| 17:02 Uhr

Debatte um Bürgertreff
Forum für Crinitz erneut im Gespräch

Crinitz. Alles auf Anfang: Die Debatte um einen Bürgertreff für die Töpfergemeinde geht in die nächste Runde. Unternehmer reden den Gemeindevertretern ins Gewissen: Was können wir uns leisten? Von Gabi Böttcher

Wer in der Gemeindevertretersitzung am Montagabend den großen Durchbruch in Sachen Bürgertreff erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Das vielfach angekündigte Konzept  einer Gruppe von Gewerbetreibenden des Ortes für die Nutzung der ehemaligen Kulturräume des Steinzeugwerkes blieb aus. Vielmehr machten sich die Unternehmer Christian Noack und Alberto Krause für ein nochmaliges genaues Betrachten des Bürgertreff-Projektes stark. Die Gemeinde müsse handeln, wie ein Privater handeln würde. Man könne keine Mittel ausgeben, die nicht vorhanden seien. Alberto Krause: „Wir müssen auch an unsere Kinder denken, die die Schulden dann abtragen müssen.“ Auch wenn die Analyse und das Konzept der E & G Projektagentur zum Bürgertreff für Crinitz gelobt wurden, sei der Vorschlag eines Anbaus an der Turnhalle stark zu hinterfragen. Ein für diese Variante  notwendiger Bebauungsplan koste zusätzlich Zeit und Geld, zudem  gehe Fläche für den Töpfermarkt verloren.

Vielmehr brachte Christian Noack das in der Amtsverwaltung in Massen noch in der Schublade liegende fertige Projekt eines Forums an einem alternativen Standort an der Schule zur Sprache.  Dafür liege die Baugenehmigung vor. Auch aus der Sicht der Stärkung des Schulstandortes sei diese Variante erneut zu betrachten.  Für Forum als auch Revitalisierung der Kulturräume des Steinzugwerkes wurde mit deutlich weniger als der Hälfte der Kosten für den Turnhallen-Anbau argumentiert.  Für diesen sind 1,3 Millionen Euro im Gespräch. Christian Noack redete den Gemeindevertretern ins Gewissen, die künftigen Nutzer und Verträge mit diesen sowie den tatsächlichen Bedarf in der Gemeinde in die Überlegungen einzubeziehen. Eine Befragung der Bürger und Vereine habe es gegeben, verwies Uwe Mader auf den vorausgegangenen Prozess. Er erinnerte: „Wir wollen ein Haus für die Crinitzer, wo sich die Vereine treffen können und wo man nicht in der Schule sitzt.“

Sein Fazit war am Montagabend aber auch: „Eine Entscheidung heute ist nicht möglich. Varianten müssen noch einmal verglichen werden.“ Lothar Thor: „Die Diskussion, die wir führen, ist gesund. Nur dass sie schon anderthalb Jahre dauert, ist nicht schön.“ Erinnert wurde aus den Reihen des Heimatvereins an diesem Abend auch an die Argumente, die seinerzeit gegen das Forum gesprochen hatten.  Im Forum habe es keine Küche und keine Bühne geben sollen. Lothar Thor zog dieses Fazit des Abends: Es solle der Ausbau des Schulstandortes, gemessen am Bedarf und nicht angelehnt an die Leader-Studie untersucht werden. Christian Noack: „Es könnte ja vielleicht bei Fördermitteln für Schule und Bildung etwas  möglich sein.“

Einigermaßen sprachlos war am Ende dieser Debatte Bürgermeister Horst Hofmann. Für ihn bleiben die Kulturräume am Steinzeugwerk die Favoriten. Allein die schöne Außenansicht der Schule, die einem Forum zum Opfer fallen würde, ist für ihn ein gewichtiges Gegenargument.