Von Daniel Roßbach

In einer öffentlichen Informationsveranstaltung hat der Landesbetrieb Forst Brandenburg am Dienstagabend Grund, Vorgehen und Perspektive der Arbeiten in der Bürgerheide dargelegt. Der Landesbetrieb nimmt als Beratungsinstanz und Dienstleister im Verbund mit beauftragten Unternehmen die Arbeiten in der Bürgerheide vor.

Der Finsterwalder Revierförster Uwe Manig und der Leiter der zuständigen Oberförsterei Hohenleipisch, Uwe Lewandowski, erklärten etwa 70 interessierten Bürgern und Bürgerinnen, welche Schäden es in dem Wald durch Käferbefall gibt und wie damit umgegangen wird.

Besonders Borkenkäfer und Prachtkäfer machen dem Kiefernwald in der Bürgerheide zu schaffen. Bis zu 60 Prozent der Bäume waren davon betroffen, 3000 Festmeter Holz wurden deshalb geschlagen. Von diesen liegen aktuell noch 1000 Festmeter im Wald, der Rest wurde bereits abtransportiert. „Das ist eine große Herausforderung“, sagte Uwe Lewandowski am Dienstag. „Denn einerseits sind durch den flächendeckenden Schädlingsbefall in ganz Deutschland und darüber hinaus kaum noch Abnehmer im Markt vorhanden, andererseits ist es schwierig, überhaupt Unternehmen zu bekommen, die Arbeiten vornehmen können. Daher sind wir mit den Fortschritten hier sehr zufrieden.“

Für Erklärungsbedarf bei den anwesenden Finsterwaldern sorgte unter anderem, welche Teile der Bäume im Wald bleiben. „Wir hören oft, dass der Wald nicht gut aussieht, weil die Äste der Baumkronen auf dem Boden herumliegen“, so Uwe Manig. Das sei aber gerade auf den rohstoffarmen Böden der Region unausweichlich. Denn sie zu entfernen, würde dem geschwächten Wald noch weiter Nährstoffe entziehen. „Die Käfer befinden sich in der Rinde in den unteren Teilen des Stamms“, sagte Oberförster Lewandowski, „und nicht in den Kronen. Deshalb kann man diese im Wald lassen.“

Die Schwächung des Waldes ist auch ein Grund, aus dem der Schädlingsbefall so verheerend ausfällt. „Man kann das mit einem geschwächten Immunsystem vergleichen“, so Lewandowski. „Dafür gibt es mehrere Faktoren“, ergänzte seine Kollegin Maria Goldberg, Revierförsterin in Gorden, die ebenfalls an der Ortsbegehung teilnahm: „Zum einen den Befall des Waldes durch die Kiefernbuschhornblattwespe. Und dann die extreme Trockenheit in diesem und dem letzten Jahr, die es für die Bäume sehr viel schwerer macht, sich zu erholen.“ Geschwächte Bäume, deren Abwehrmechanismen weniger gut wirken, werden von den Käfern vor allem befallen.

Eine besondere Herausforderung stellen Abschnitte des Waldes dar, in denen kranke Kiefern, die gefällt werden müssen, zwischen gesunden, jüngeren Buchen stehen. Ein schonendes Mittel, hier vorzugehen, wäre etwa der Einsatz von Pferden statt schwerem Forstgerät. Diesen Vorschlag begrüßte auch Förster Uwe Manig, gab aber zu bedenken, dass kaum jemand diese Arbeitstechniken anbietet. Zum Einsatz schwerer Maschinen kündigte der Revierförster aber an, dass hinterher beschädigte Wege repariert werden sollen.