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| 02:41 Uhr

Fliegendes Denkmal hebt 2016 ab

Den Großen Stern des Sports in Bronze haben Wilfried Arlt (l.) und Philipp Grundke für den Flugsportverein "Otto Lilienthal" Finsterwalde von André Kubon (r./VR Bank Lausitz) entgegengenommen.
Den Großen Stern des Sports in Bronze haben Wilfried Arlt (l.) und Philipp Grundke für den Flugsportverein "Otto Lilienthal" Finsterwalde von André Kubon (r./VR Bank Lausitz) entgegengenommen. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Die Finsterwalder Flugsportler sind auf dem besten Wege, mit einem denkmalgeschützten "Lehrmeister" abzuheben. Viel Arbeit und Geld haben sie in das Segelflugzeug aus den 1960er-Jahren gesteckt. Unter anderem dafür gab es am Sonntag den Großen Stern des Sports in Bronze. Heike Lehmann

Knapp 1200 Arbeitsstunden stecken in dem Schmuckstück, um das sich die Mitglieder des Flugsportvereins "Otto Lilienthal" stolz gruppieren. 2013/14 haben sie das Segelflugzeug FES 530/II "Lehrmeister" restauriert. Einige von ihnen kennen die Maschine, weil sie damit als junge Burschen ihre ersten Starts absolviert haben.

Für die Jüngeren ist es Fluggeschichte pur. Der "Lehrmeister" wurde 1960 von der Forschungs- und Entwicklungsstelle Segelflug im VEB Apparatebau Lommatzsch konstruiert. Weitere Segelflugzeuge hat der Verein aus der Zeit bewahrt. 1987 bis 1989 gehörten sie zum Fundus des auf dem Flugplatz Heinrichsruh aufgebauten Museums - anstelle des untersagten Flugbetriebs. Als der nach 1990 wieder gestattet war, wurden diese Flugzeuge eingelagert. "Seit drei Jahren steht die ganze Sammlung unter Denkmalschutz", sagt der Vereinsvorsitzende Wilfried Arlt. Sie haben es amtlich: "Segelflugzeuge sind technische Denkmäler."

Zum Verein gehören nicht nur Frauen und Männer aus der Sängerstadt, auch aus Drasdo, Sonnewalde, Schwarzheide, Massen, Calau, Cottbus, Gröditz und Schlieben. Sie alle sind jetzt gefordert, sich um die Sammlung auch denkmalgerecht zu kümmern. Der "Lehrmeister" ist nur der Anfang - arbeitsintensiv und teuer. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Landkreis Elbe-Elster und der Luftsportverband Brandenburg haben das Projekt mit mehr als 13 000 Euro gefördert. Im Frühjahr sorgten die Finsterwalder mit dem "Lehrmeister" auf Europas größter Luftfahrtmesse, der AERO in Friedrichshafen, für Aha-Effekte. Arlt hofft, dass das "fliegende Denkmal" 2016 wieder abheben kann. Dazu sind noch ein paar bürokratische Hürden zu nehmen.

Für beispielhaftes ehrenamtliches Engagement bekam der Verein am Sonntag den "Großen Stern des Sports" in Bronze samt 500 Euro überreicht. André Kubon von der VR Bank Lausitz war der Überbringer. Bildung, Integration von Kindern und Jugendlichen, Umweltschutz und natürlich die Restaurierung des "Lehrmeisters" haben die Jury überzeugt, erklärte er. Thomas Fischer vom Luftsportverband ergänzte: "Es gibt kaum einen Flugplatz in unserem Verband, der sich so entwickelt hat."

Abflug, sprich letzter Segelflugbetrieb 2015, ist an diesem Samstag. Mitte November steht dem Verein dann eine Zäsur bevor: Wilfried Arlt gibt den Vorsitz ab. Mit ihm wollen Rudolf Frontzek, zweiter Vorsitzender, und Philipp Grundke, Jugendleiter, anderen im Vorstand Platz machen. Für 36 Jahre an der Vereinsspitze hat Wilfried Arlt am Sonntag die Ehrennadel des Landessportbundes in Gold bekommen. Die Ehrennadel in Gold vom Luftsportverband gab es für Rudolf Frontzek.

Zum Thema:
Die "Sterne des Sports" sollen das ehrenamtliche Engagement in Sportvereinen belohnen. Der Wettbewerb, den die Volksbanken Raiffeisenbanken gemeinsam mit dem DOSB seit 2004 ausschreiben, geht über drei Stufen. Auf der lokalen Ebene geht es um Bronze. Wer hier nicht mitmacht, hat auch auf den folgenden Ebenen keine Chance mehr am Wettbewerb teilzunehmen. Eine Jury bewertet alle Bewerbungen und wählt daraus den Gewinner. Dieser bekommt den "Großen Stern des Sports" in Bronze verbunden mit einer Geldprämie. Damit hat sich dieser Sportverein automatisch für das Landesfinale um die "Sterne des Sports" in Silber qualifiziert. sterne-des-sports.de