Von Jürgen Weser

Bernd Smolka ist in Hochstimmung. Als Hauptorganisator des dritten Traditionstreffens seines Fußballvereins seit 2015 begrüßte er am Freitagabend 60 Ehemalige. Langjährige Spieler, Übungsleiter, Trainer und Vereinsfunktionäre nutzten die Gelegenheit, um Erinnerungen auszutauschen und auf die heutige Fußballwelt zu blicken.

Als Vereinsvorsitzender freute sich auch Stefan Höhne über die große Verbundenheit vieler Ehemaliger. Der Ex-Herzberger ist der Liebe und Arbeit wegen in Finsterwalde gelandet. Seit 2011 hat er gemeinsam mit seinen Söhnen eine Vorliebe für die Farben Blau-Weiß, die das Logo der Spielervereinigung zieren. Eigentlich dürften er und Schulz als aktive Motoren des Vereins gar nicht dabei sein, denn das Traditionstreffen richtet sich an die Ü 60-Jährigen. Doch für diese Ehrengäste machten die Senioren gern eine Ausnahme.

Smolka und Höhne stellten die Neuerungen ihrer Fußballanlage dar. Ausbau und Modernisierung laufen seit 2000. Auch in den vergangenen zwei Jahren ist viel passiert: 2018 erfolgte die komplette Neugestaltung des Platzes und des Umfeldes. Eine neue Bestuhlung sowie eine hochwertige Außendarstellung des Vereins und der Sponsoren ergänzen die Modernisierungsarbeiten. Nicht zuletzt können die Mitglieder künftig in einem neu gestalteten Sportlerheim feiern.

In dem Raum wecken etliche Exponate Erinnerungen an die Erlebnisse der vergangenen Jahrzehnte in der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Motor seit 1949 und der Spielvereinigung. Herbert Schubert steuerte als letzter Leiter der BSG bis 1990 einen Stapel alte Motor-Wimpel bei. Manfred Junge überlässt dem Verein als ehemaliger Spieler und Übungsleiter zum 40. Geburtstag der BSG Motor einen selbst geknüpften Wandteppich.

Insgesamt, so zeigte es eine kleine Videoschau, geht die Geschichte des Vereins bis 1912 zurück. Von den Schwierigkeiten der Organisation des Fußballbetriebes unter völlig neuen Strukturen nach der Wende 1990 berichtete Roland Neundorf. Er wirkte als Vereinsvorsitzender nach Lutz Söllner bis 2004.

Wilfried Gräbner erzählte, wie er 1959 in der Juniorenmannschaft gegen SG Dynamo Dresden gespielt hat. Als 17-Jähriger war er gemeinsam mit Reiner Schaltke in der ersten Männermannschaft Flügelflitzer. Karl-Heinz Liehr und Roberto Böhme machten sich als Torgaranten der Mannschaft einen Namen.

Mit Vergnügen erinnerte sich Klaus Dieter Umlauf an seine Spielerkarriere als „Latte“. So nannte man Umlauf als kleinsten Torwart der Bezirksklasse. Er behielt vor allem die Partnerschaft zu einem ungarischen Verein in guter Erinnerung. Ereignisreich gestalteten sich auch die zahlreichen Trainingslager, an die „Latte“, Karl-Heinz Liehr und andere Ehemalige besonders gerne denken. Der Trägerbetrieb „Fimag“ ermöglichte dabei fröhliche Feste  in Antonshöhe und Hohenstein neben dem straffen Training. Im Vergleich zu heute gab es damals fast professionelle Möglichkeiten der Wettbewerbsvorbereitung. Schließlich bekamen die Spieler durch Arbeitsfreistellung ausreichend Zeit zur Vorbereitung.

Auch die Zuschauer-Resonanz war damals enorm: Bis zu 3000 Zuschauer verfolgten so die Stadtderbys mit Motor Süd.

Nicht zuletzt zeigten sich die Helden von damals nach ihrem Treffen hocherfreut, dass das Derby der Kreisoberliga gegen den FC Sängerstadt auf heimischem Platz nach einer Zitterpartie mit 2:0 siegreich endete.