ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:40 Uhr

Klimaschutz
CO2-Filter Regenwald

 Junge Bäume werden für ein Wiederaufforstungsprojekt im Paraguay bewässert. Wenn sie ausreichend gewachsend sind, werden sie in Regenwaldflächen gepflanzt.
Junge Bäume werden für ein Wiederaufforstungsprojekt im Paraguay bewässert. Wenn sie ausreichend gewachsend sind, werden sie in Regenwaldflächen gepflanzt. FOTO: Larivera S.A.
Finsterwalde. Hans-Jürgen Häusler unterstützt ein Regenwaldprojekt in Paraguay. In der nachhaltigen Wiederaufforstung von Wäldern sieht der Finsterwalder einen größeren Beitrag für den Klimaschutz als in der Besteuerung von CO2. Von Stephan Meyer

Es war ein Artikel, der in der LAUSITZER RUNDSCHAU veröffentlicht wurde, der Hans-Jürgen Häusler dazu bewog, den Kontakt zur Finsterwalder Lokalredaktion aufzunehmen. Der Beitrag hatte die aktuelle Debatte zur CO2-Besteuerung zum Inhalt. Seiner Ansicht nach seien Verbote und Besteuerungen der falsche Weg, um die Klimabilanz zu verbessern. Häusler selbst ist in ein Regenwaldprojekt in Paraguay involviert. Er möchte zum Nachdenken anregen und befürwortet positiv besetzte, bestärkende Maßnahmen.

„Eine CO2-Steuer wird das Klima nicht verändern“, ist der Finsterwalder überzeugt. Sie würde nur Produkte verteuern, bei deren Herstellung oder Gebrauch CO2 ausgestoßen wird. Der Ausstoß werde nicht minimiert. „Man kann den Leuten ja nicht verbieten, in ein Auto oder ein Flugzeug zu steigen“, sagt Häusler. Da würden nur CO2-Filter helfen. „Und wo wird am besten CO2 gefiltert?“, fragt er und antwortet: „Bei der Photosynthese.“ Wälder speichern Kohlenstoffdioxid und geben Sauerstoff ab. Doch 40 Prozent des weltweiten Waldbestandes seien bereits abgeholzt worden – am stärksten betroffen: der Regenwald. Darum investiert er in das Aufforstungsprojekt der Green Value SCE Genossenschaft. Sie kauft in Paraguay abgeholzte Regenwaldflächen auf, bearbeitet und bepflanzt sie mit einheimischen Nutzholzarten. Im Februar war er vor Ort, um sich das Projekt genauer anzuschauen. Das war ihm wichtig.

 Neue, junge, frische Bäume stehen in Reih und Glied.
Neue, junge, frische Bäume stehen in Reih und Glied. FOTO: Larivera S.A.

Bedingt durch das subtropische Klima wachsen die Bäume dort sehr schnell. Was zunächst stutzig macht: Die Bäume werden wieder gefällt. Nach vier Jahren könnten sie „geerntet“ werden, so Häusler. In Deutschland wachsende Bäume bräuchten bis zur Ernte circa 50 Jahre. Die Fällungen begründet die Genossenschaft damit, dass sie mit den Erlösen aus dem Holzverkauf weitere zerstörte Waldflächen kaufen und bewirtschaften möchte. „Wir wollen erst einmal einen Status Quo erhalten, dass der noch bestehende Regenwald nicht mehr abgeholzt wird“, erklärt Alf Schröter. Der Cottbuser ist ebenfalls in dem Projekt involviert, reist mehrmals im Jahr nach Paraguay und stellt dort unter anderem Interessierten den Forstbetrieb vor. Er sagt, erst solle der Druck aus der Holzwirtschaft herausgenommen werden. Seit dem die Nutzung von Plastik vermieden wird, was Schröter und Häusler aus umweltpolitischer Sicht befürworten, sei die Nachfrage nach Holz weltweit enorm gestiegen. Ist der „Druck“ raus, könne über langfristige Projekte zur Aufforstung der Resturwaldflächen nachgedacht werden. Zum Teil werde dem sogar schon nachgegangen und heimische Baumarten in Urwälder gepflanzt.

 Der Finsterwalder Finanz- und Versicherungsmakler Hans-Jürgen Häusler beteiligt sich an einem Genossenschaftsprojekt zur Wiederaufforstung des Regenwaldes. Dabei werden auch Resturwaldflächen mit einheimischen Holzarten aufgeforstet.
Der Finsterwalder Finanz- und Versicherungsmakler Hans-Jürgen Häusler beteiligt sich an einem Genossenschaftsprojekt zur Wiederaufforstung des Regenwaldes. Dabei werden auch Resturwaldflächen mit einheimischen Holzarten aufgeforstet. FOTO: Larivera S.A.

Ganz uneigennützig ist Häuslers Engagement in der Genossenschaft also nicht. Dass mit Investments in die Green Value SCE Renditen erzielt werden können, findet er nicht verwerflich. Verwerflicher sei es, keinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Regenwaldprojekt sei nur eines von vielen Beispielen, argumentiert Schröter. „Sinnvoller als Verbote oder Besteuerungen ist doch, etwas positiv zu gestalten, zu fördern.“ Grüne, nachhaltige Projekte wie ihres gäbe es viele. Der Unternehmer wünscht und hofft, dass die Menschen überhaupt irgendetwas zum Klimaschutz beitragen.

Doch wie bei vielen Investmentangeboten, sollten Anleger auch auch bei grünen Geldanlagen genau hinschauen. Nicht alles wo „grün“ drauf steht, ist auch wirklich nachhaltig. Finanzwissenschaftler Christian Klein von der Universität Kassel warnte in einem Artikel des Tagesspiegels, die große Nachfrage nach nachhaltigen und grünen Investments habe leider auch manches schwarze Schaf auf die grüne Wiese geholt. Demnächst soll eine EU-Richtlinie festlegen, wann ein Finanzprodukt mit „green“, also „nachhaltig“ definiert werden darf.