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| 17:55 Uhr

Gelebte Solidarität
Finsterwalder Tafel auf Abstecher

Seit zwei Jahren ist die Finsterwalder Tafel immer montags in Doberlug-Kirchhain. Sandra Quaschning mit Sohn Jeremy erhalten diesmal von Pfarrer Markus Herrbruck und Klaus Rademann direkt von der Ladefläche den leckeren Joghurt gereicht.
Seit zwei Jahren ist die Finsterwalder Tafel immer montags in Doberlug-Kirchhain. Sandra Quaschning mit Sohn Jeremy erhalten diesmal von Pfarrer Markus Herrbruck und Klaus Rademann direkt von der Ladefläche den leckeren Joghurt gereicht. FOTO: Gabi Böttcher / LR
Doberlug-Kirchhain/Finsterwalde. Zwei Jahre ist es her, dass die Finsterwalder Tafel ihren Aktionsradius auf Doberlug-Kirchhain ausgeweitet hat. Der Finsterwalder Pfarrer Markus Herrbruck dankte den Ehrenamtlichen.

Sandra Quaschning, die zurzeit für 1,50 Euro die Stunde in der Kleiderkammer arbeiten darf und auf eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst hofft, kommt regelmäßig zur Tafel ins Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in Kirchhain. „Ja, das hilft mir sehr“, sagt die alleinerziehende Mutter des sechsjährigen Jeremy. Wie sie sind es um die  50 Menschen aus Doberlug-Kirchhain, die sich immer montags gegen 14 Uhr  in der Kirchstraße einfinden, um sich Lebensmittel von der Tafel zu holen.

Dass dies wohnortnah möglich ist, verdanken die Doberlug-Kirchhainer der logistischen Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde Finsterwalde, die in der Sängerstadt Träger der Tafel ist. Und sie verdanken es den freiwilligen Helfern, die sich vor zwei Jahren dem Damen-Duo Peggy Hamann und Helene Gänse anschlossen und seitdem für die Ausgabe der Lebensmittel sorgen. Von 8 bis 12 Uhr werden diese zuvor in Finsterwalde sortiert und in den Transporter gepackt. Marina Pichlak und Klaus Rademann sind es diesmal, die etwa 70 Kisten mit einer Dreivierteltonne Ware zum Gemeindehaus bringen. Bernd Heinke vom hiesigen Gemeindekirchenrat dankt den Finsterwaldern und diese wiederum wissen, dass es ohne die ehrenamtliche Unterstützung der Doberlug-Kirchhainer nicht funktionieren würde, die Lebensmittel zu den Empfängern zu bringen und sie gleichzeitig vor dem Verderben zu retten. Pfarrer Markus Herrbruck überreicht den Akteuren für den gelebten christlichen Solidaritätsgedanken einen Blumengruß. Und anschließend gibt er gleich noch selbst den Joghurt von der Ladefläche des Tafel-Transporters aus Finsterwalde. Auf der Rückfahrt werden gleich wieder Waren ins Lager in der Sängerstadt mitgenommen.

Um die 17 Märkte und Bäckereien sind es insgesamt, die für den Nachschub bei der Finsterwalder Tafel sorgen. Dienstags bis freitags erfolgt hier die Weitergabe der Lebensmittel an Bedürftige. Die heute 78-jährige Helene Gänse freut sich, wie sich in den zurückliegenden zwei Jahren die Tafel-.Ausgabe in Kirchhain entwickelt hat. Da gibt es nebenan im Saal auch eine Tasse Kaffee und so manches Gespräch kommt zustande. „Da kamen am Anfang Menschen, die meinten, sie würden sich schämen. Denen habe ich gesagt, dass sich im reichen Deutschland ganz andere schämen müssten, dass die Tafeln notwendig seien“, sagt die Seniorin. Wenn Not am Mann beziehungsweise der Frau ist, springt sie immer noch ein. Auch wenn ihr das Kistentragen inzwischen zu anstrengend geworden ist.

Um die 18 Ehrenamtliche  ermöglichen täglich in Finsterwalde das Angebot der Tafel, acht sind es jeden Montag in Kirchhain. Für deren Kraft und Fröhlichkeit sprach Pfarrer Markus Herrbruck am Montagnachmittag Gottes Segen zu.

Diese ehrenamtlichen Helfer machen die Ausgabe in Kirchhain möglich: Roland und Gabi Förster, Marina Gottfried, Fritz Nisius, Birgit Raspe, Peggy Hamann und Gemeindepraktikantin Anna Wessel (v.l.). Auf dem Foto fehlen Sophie Petzke und Helene Gänse.
Diese ehrenamtlichen Helfer machen die Ausgabe in Kirchhain möglich: Roland und Gabi Förster, Marina Gottfried, Fritz Nisius, Birgit Raspe, Peggy Hamann und Gemeindepraktikantin Anna Wessel (v.l.). Auf dem Foto fehlen Sophie Petzke und Helene Gänse. FOTO: Gabi Böttcher / LR