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Finsterwalder Stadthallen-Debatte wird schärfer

Drei Banner wie dieses vor dem Haus der Wohnungsgenossenschaft in der Brandenburger Straße sind an einem Bauzaun in der selben Straße und an den Stadtwerken beschmiert, beziehungsweise gestohlen worden.
Drei Banner wie dieses vor dem Haus der Wohnungsgenossenschaft in der Brandenburger Straße sind an einem Bauzaun in der selben Straße und an den Stadtwerken beschmiert, beziehungsweise gestohlen worden. FOTO: gb
Finsterwalde. Foulspiel im Wettstreit der Argumente um den Bau einer Stadthalle. Am Mittwochabend verurteilte Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) vor den Stadtverordneten, dass in der Nacht zuvor Werbe-Banner pro Stadthalle beschmiert worden seien. Gabi Böttcher

Der Bürgermeister schrieb dies "SPD-Sympathisanten" zu. und sprach von einer neuen, unrühmlichen Qualität der Auseinandersetzung. Die Entrüstung aus den Reihen der SPD-Fraktion folgte prompt. Peer Mierzwa forderte den Bürgermeister auf, zur Sachlichkeit zurückzukehren. Die Täter als SPD-Sympathisanten zu bezeichnen, weise er zurück, das sei nur eine Vermutung.

Indessen bestätigt die Polizei den Eingang einer Anzeige zu zwei, jeweils zweimal einen Meter großen Bannern, die in roter Farbe mit einem Nein und einem Anarchiezeichen versehen worden seien. Sie waren an einem Bauzaun in der Brandenburger Straße angebracht und sind inzwischen entfernt worden.

Rainer Willems, Vorsitzender des Fördervereins Stadthalle, verweist auf ein drittes Banner, das in der Nähe der Stadthalle angebracht war und verschwunden ist. Er appelliert in der Debatte um die Zukunft der Schaeferschen Tuchfabrik als Stadthalle: "Wir wollen alle nach der Entscheidung in den Spiegel sehen und auch miteinander ein Bier trinken können. Es ist ein Hass im Spiel, der nicht nachzuvollziehen ist." Mit der Schuldzuweisung in Richtung SPD-Sympathisanten habe sich der Bürgermeister weit aus dem Fenster gelehnt. Ja, es handele sich wohl um Stadthallen-Gegner, sie jedoch einer bestimmten politischen Gruppe zuzuordnen, halte er für nicht richtig. Vielmehr sehe er die Stadthallen-Gegner in Erklärungsnöten, wie sie sich zu dieser Form der Auseinandersetzung verhalten. Sein deutliches Unverständnis drückte Udo Linde (Linke-Bündnis 90/Grüne) aus. Ronny Zierenberg (BfF): "Jegliche Form des Vandalismus und der Sachbeschädigung kann nicht toleriert werden, hier sollte man sich ausschließlich mit Pro- und Kontra-Argumenten begegnen." Gleichwohl geht seine Kritik auch an den Bürgermeister, der "permanent Angriffe gegen die Initiatoren des Bürgerbegehrens" fahre.