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Finsterwalder Sparkasse wird zur New Yorker U-Bahn-Station

Einblicke in künstlerische Fotografie gewährt Schönenbröcher mit seiner ,,Mona Lisa".
Einblicke in künstlerische Fotografie gewährt Schönenbröcher mit seiner ,,Mona Lisa". FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Finsterwalde. Die Kunstallee ist zur Tradition und kulturellen Größe in der Sängerstadt gewachsen. Die am Donnerstag eröffnete 17. Auflage der Elbe-Elster-Sparkassen-Kunstallee weitet mit der Schau des in Cottbus lebenden Fotografen Walter Schönenbröcher das Blickfeld der Besucher, nachdem bisher Künstler aus dem Elbe-Elster-Kreis zu sehen waren. jgw1

Schon ein Blick voraus: Die 18. Ausstellung wird Kunst aus der Partnerstadt Montataire nach Finsterwalde holen, verriet Sparkassenvorstand Jürgen Riecke.

Vielseitig und äußerst kreativ präsentiert sich Walter Schönenbröcher mit seinen Arbeiten unter dem Titel ,,einBlick" dem Finsterwalder Publikum. Seine Fotografien haben nichts mit zufälligen Touristenfotos zu tun. Mit der Ausstellung demonstriert er den Blick des Künstlers und die Möglichkeiten moderner Fotografie. Laudator und Malerfreund Mattias Körner, der wegen Krankheit zur Vernissage nicht anwesend sein konnte, lobt die eingefangenen authentischen Einblicke, die mit Leidenschaft sowohl beim Fotografieren als auch mit der Arbeit am PC realisiert werden. Davon konnten sich etwa 70 Besucher der Ausstellungseröffnung überzeugen. ,,Was dein Herz berührt" will der Fotograf vermitteln, beschrieb Sängerin und Lebensgefährtin Kathrin Janke in ihrem Song das Anliegen des Künstlers.

Der in Köln 1964 geborene Schönenbröcher kam zeitig mit der Fotografie in Berührung, gründete nach dem Studium eine Internet-Unternehmensgruppe und war als Artdirektor tätig, bevor er 1992 in die gewerbliche Fotografie einstieg und 2010 intensiv mit der künstlerischen Fotografie begann. Inzwischen gehört Schönenbröcher, der seit einigen Jahren der Liebe wegen in Cottbus lebt, zu den renommierten Vertretern der künstlerischen Fotografie in Deutschland.

Finsterwalde und Cottbus stehen neben London und New York im Ausstellungsverzeichnis. Wie sehr er sich künstlerisch inzwischen mit seiner neuen Heimat identifiziert, zeigen Schönenbröchers Serien ,,Handwerk" über fast vergessene Berufe und Intagliotypien über das Leben in der Lausitz. Symbolisch gestaltet er den Kreislauf des Lebens vom Werden und Vergehen und wieder Werden in der Serie ,,Komposthaufen", wie die Besucher zur Eröffnung schmunzelnd sehen konnten. Mehrere Blicke auf eine Szene erreicht Schönenbröcher durch Überlagerungen, Mehrfachbelichtungen und die Auflösung von Raum und Zeit wie in dem aktuell besonders bedrückenden Foto ,,Angst". Fotoarbeiten können wie ,,Mona Lisa" oder ,,Tanz" für Malereien im Stile des Symbolismus gehalten werden. Besonders beeindruckt waren die Ausstellungsbesucher von der großformatigen Serie ,,51st Street in Manhatten", mit der es Schönenbröcher zur Überraschung der Betrachter gelungen ist, meditative Momente des Einzelnen inmitten einer umtriebigen Millionenstadt einzufangen. Der Cottbuser Fotokünstler arbeitet mit speziellen Druckverfahren bei den limitierten Auflagen seiner Arbeiten, er benutzt spezielle Techniken und Papierarten, er arbeitet farbig und schwarz-weiß.

Besonders freut sich Dr. Christina Eisenberg über die gelungene Ausstellung. Sie hat den Kontakt zum Künstler hergestellt. Die Eindrücke von der aktuellen Kunstallee hat Bürgermeister Jörg Gampe am gestrigen Freitag mit nach Montataire genommen. Dort wird er auch Details zur Ausstellung mit Kunst aus der Partnerstadt ab dem 17. April in der Sparkassen-Kunstallee besprechen.