Andreas Holfeld (CDU), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, hatte eingeladen, um nach gut einjähriger Eiszeit zwischen den zerstrittenen Fronten der Gegner und Befürworter eines Bürgerentscheides zum Bau einer Stadthalle für Tauwetter zu sorgen. Holfeld sprach im Vorfeld von gerade wachsenden Grashalmen der Verständigung, die er hinter verschlossenen Beratungstüren offenbar vor öffentlichem Wind schützen wollte. Auch wenn die Kuh nicht vom Eis geholt ist - eingebrochen ist sie in dasselbe nicht. Und Andreas Holfeld sieht statt Eis "einige Steine, die aus dem Weg zu räumen sind".

"Es besteht Einigkeit darin, den Gesprächsfaden mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens und Klägerinnen wieder aufzunehmen", heißt es in der offiziellen Mitteilung der Stadt. Als nächster Schritt sei ein Gespräch zwischen dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Andreas Holfeld (CDU), seiner Stellvertreterin Karin Horst (Linke-Bündnis 90/Grüne), Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) und den Klägerinnen Hannelore Elmer und Christina Eisenberg (beide SPD) verabredet worden. "Darin soll es um Möglichkeiten der Annäherung gehen", heißt es.

Alexander Piske, für die SPD in der Tauwetter-Runde dabei: "Es war ein offenes, sehr konstruktives Gespräch. Mein Bauchgefühl ist positiv. Die verhärtete Situation hat sich gelöst." Auch Udo Linde, Fraktionsvorsitzender Linke-Bündnis 90/Grüne, hat Hoffnung: "Wir haben zum Inhalt des Gesprächs Stillschweigen vereinbart. Aber ich habe ein gutes Gefühl, dass das Thema Stadthalle nicht gestorben ist."

Während sich Hannelore Elmer gestern gegenüber der RUNDSCHAU nicht äußern wollte, bekräftigte Christina Eisenberg: "Ich bin gesprächsbereit - natürlich, ich habe nie etwas anderes gesagt." Jedoch gibt es gleichzeitig keine revidierte Aussage zum Festhalten an dem Ziel, die Bürger zur Stadthalle abstimmen zu lassen. Ein entsprechendes Bürgerbegehren ist von der Stadtverordnetenversammlung am 25. März 2015 mehrheitlich für unzulässig erklärt worden. Dagegen hatten Hannelore Elmer, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtparlament, und die SPD-Ortsverbandsvorsitzende Christina Eisenberg beim Verwaltungsgericht Cottbus Klage eingereicht. Diese ist seit einem Jahr anhängig und wirkt als Blockade - für eine nicht zu kalkulierende Zeit bis zu einer Entscheidung des Gerichtes.

Unterdessen hatte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) Bürgermeister Gampe die Unterstützung des Landes für das Projekt Stadthalle zugesichert. "Das war für die Fraktionen Anlass für ein erneutes Gesprächsangebot an die Klägerinnen, um das Thema weiter behandeln zu können", so die Stadt.