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| 18:43 Uhr

Premiere
Lebensfroh im Musicalfieber

 Peter und Anja haben Spaß daran, zu „Küss mich, halt mich, lieb mich“, Ella Endlichs Version der Titelmelodie von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, zu tanzen.
Peter und Anja haben Spaß daran, zu „Küss mich, halt mich, lieb mich“, Ella Endlichs Version der Titelmelodie von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, zu tanzen. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde . Sie singen und tanzen und schlüpfen gern in bunte Kostüme. Die Finsterwalder Musikgruppe „Lebensfroh“ taucht jetzt ein in die „Welt des Musicals“. Von Heike Lehmann

Die Männer und Frauen der Gruppe Lebensfroh von der Kreismusikschule Gebrüder Graun unter Leitung von Karin Melzer haben schon oft mit ihrer Sing- und Spielfreude begeistert. Mit ihrem neuen Programm widmen sie all ihre Leidenschaft der Welt der Musicals und Filmmelodien. Vor wenigen Tagen haben sie es vor Gästen, unter ihnen der Finsterwalder Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) sowie Unterstützer und Freunde, uraufgeführt. Das Publikum war restlos begeistert und spendierte stehenden Applaus.

Zur Gruppe „Lebensfroh“ gehören  17 Mitglieder mit körperlichem und geistigem Handicap – seit mehr als 15 Jahren nicht mehr wegzudenken. Mit den Musical- und Filmmelodien bringen sie jetzt ihr wohl bisher anspruchsvollstes Programm auf die Bühne. Tabaluga ist dabei. Mystisch wird es bei Faolan, romantisch bei Ella Endlichs „Küss mich, halt mich, lieb mich“. Peter und Anja in schillernden Kostümen tanzen und küssen sich am Ende. „Sie dürfen das, sie sind auch im richtigen Leben ein Paar“, erklärt Lukas, dem Anzug und Hut als adretter Ansager maßgeschneidert scheinen. Dann mimt Toni mit großer Sonnenbrille und in die Stirn gezogenen Hut Udo Lindenberg. „Hinterm Horizont geht’s weiter“ singt er gemeinsam mit Maren. Holger fängt die Zuhörer mit seinen Filmmelodien ein: „Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frauen“ und „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Aladin und Schneewittchen und die sieben Zwerge tauchen auf und „Die Sprache der Tiere“ aus dem Finsterwalder Spatzen-Musical „Pieps und Platsch“ darf nicht fehlen.

Mit Beginn des Schuljahres im September begannen die Proben. Jeden Montag treffen sie sich in Finsterwalde in der Kreismusikschule. „Ab Januar wurde intensiver geprobt“, erinnert sich Karin Melzer. Auch Tränen seien geflossen.

Den Sängern und Mitspielern wird in der Auftrittsstunde viel abverlangt: Konzentration, Textsicherheit und schneller Kostümwechsel. Karin Melzer und ihre Helfer im Hintergrund müssen nur selten eingreifen. Karin Melzer ist stolz auf die Gruppe, „die so toll zusammengewachsen ist“. Und die Truppe ist dankbar: „Unser Dank geht an das beste Publikum und die beste Karin Melzer der Welt“, sagt Holger.

 Anja reckt den Scheck über 1000 Euro in die Höhe – bejubelt von den anderen.
Anja reckt den Scheck über 1000 Euro in die Höhe – bejubelt von den anderen. FOTO: Heike Lehmann

Rainer Borm, Präsident vom Rotary Club Finsterwalde, lobt die Akteure: „Das klingt in uns nach! Die Musik, die Choreografie und die Darsteller sind exzellent. Und so viel ungefilterte Freude ist einfach wunderbar!“ Dann zückte er einen  symbolischen Scheck. Mit 1000 Euro, eingenommen beim Sängerfest 2018, unterstützen die Rotarier die Gruppe „Lebensfroh“. „Damit wollen wir die neuen Kostüme finanzieren“, sagt Karin Melzer. Seit Jahren kann sie sich schon auf Marina Noack, deren Tochter Mari einst die Hauptrolle in „Pieps und Platsch“ gesungen hat, verlassen. Marina Noack zaubert oft mit einfachen Mitteln stimmige Kulissen. Jetzt wünschen sich alle weitere Auftrittsmöglichkeiten, damit sich der große Aufwand gelohnt hat.