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| 16:23 Uhr

Finsterwalde feiert in Blau und Weiß
Dickes Lob kommt aus Österreich

Es geht noch mehr Stimmung. Die Finsterwalder und deren Gäste haben beim diesjährigen „Herbstkracher“ in der Tat ordentlich gefeiert.
Es geht noch mehr Stimmung. Die Finsterwalder und deren Gäste haben beim diesjährigen „Herbstkracher“ in der Tat ordentlich gefeiert. FOTO: Tosten Pötzsch / Torsten Pötzsch
Finsterwalde. Der Finsterwalder „Herbstkracher“ mit Dirndl-Wahl hat wieder richtig reingehauen. Von Torsten Pötzsch

Fast inflationär wird derzeitig das Land von Oktoberfesten überzogen. Da macht auch die Sängerstadt keine Ausnahme. Doch es gibt gewisse Unterschiede, die den „Herbstkracher“, so das Finsterwalder Oktoberfest, zu etwas Besonderem machen.

Alles war am Wochenende wieder etwas größer. Gefeiert wurde schon ab Freitagabend. Das Zelt ist riesig und dominiert den Markt. Und so herrscht ein reges Treiben in Finsterwaldes „guter Stube“ bei viel Musi, Brezeln, feschen Dirndln und strammen Lederhosen. Das bayrische Blau-Weiß ist in der brandenburgischen Provinz für eine kurze Zeit die dominierende Farbe.

Punkt halb acht erleuchtet ein Feuerwerk den Abendhimmel. Das ist der Startschuss ins „bayrische“ Wochenende. Kurze Zeit später greift Bürgermeister Jörg Gampe zum Hammer. Vier Schläge braucht er beim traditionellen Fassbieranstich.

Die 11. Auflage des „Finsterwalder Herbstkrachers“ nimmt Fahrt auf. Freitagabend noch etwas verhalten, das große Zelt war nicht einmal zur Hälfte gefüllt, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch tat. Im Gegenteil! Die echten Fans bayrischer Traditionen freuten sich über den vielen Platz zum Feiern und Tanzen.

Ein ganz anderen Bild bietet sich am Samstagabend, zum Höhepunkt des „Krachers“. Es wird eng auf der Tanzfläche.

Der Hingucker am Freitag ist wieder einmal die Wahl des feschesten Mädels im schönsten Dirndl und des knackigsten Buben in der strammsten Lederhose. Jeweils zwei Dutzend Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Die Männer der österreichischen Partyband „Die Stritzis“, echte Kenner der Szene, wählen das schönste Dirndl. Dann bestimmen die  drei erstplatzierten Frauen die knackigste Lederhose. Bei den Damen siegt die 28-jährige Nicole Weber aus Saalhausen, bei den Herren der zehn Jahre ältere Finsterwalder Andre Koziolek . „Ich bin das erste Mal beim Herbstkracher und wusste gar nichts von der Wahl. Umso mehr freue ich mich jetzt“, so „Miss Dirndl 2018“ kurz nach ihrer Wahl.

„Mister Lederhose“ ist da etwas abgeklärter. Immerhin ist das seine zweite Teilnahme. Diesmal hat es dann auch geklappt. „Warum, weiß ich gar nicht. Ich habe mir bei der Sachenauswahl nun nicht so große Mühe gegeben und auch gar nicht an einen Titel gedacht. Aber schön, dass es geklappt hat. Die Miss Dirndl, die hat es wirklich verdient, denn sie sieht total toll aus.“

Während das Volk ausgelassen feiert, haben andere Dauerstress. Carla Ziegner-Zschiedrich ist so eine Macherin, ist sie doch schon von Anfang an dabei. Auf die Frage nach ihrer Motivation, muss sie erst einmal kurz nachdenken, denn für sie und die übrigen Mitglieder des Herbstkracher-Vereins ist das Fest eine Herzenssache. „Einfach zusammen etwas Gutes tun, für die Stadt, die Region, mit Menschen von hier und für Menschen von hier. Das gibt einem ein wirklich gutes Gefühl. Deshalb hängen sich auch alle so rein“, sagt sie.

Dass die rührigen Frauen und Männer dabei auf dem absolut richtigen Weg sind, bestätigt auch der Erfinder und Hauptorganisator des „Krachers“, der Finsterwalder Gastwirt Klaus-Dieter Umlauf. „Ich habe hier viele Gäste getroffen. Die haben mir auf die Schulter geklopft und gesagt: ,Macht weiter so!’ Wir sollen alle unbedingt durchhalten. So lange Geist und Knochen noch mitspielen, machen wir auch weiter.“

Doch nicht nur der Wille sei entscheidend, betont Klaus-Dieter Umlauf. „Da greifen viele, viele Zahnräder ineinander. Angefangen von den mehr als 50 Sponsoren, ohne die das Fest überhaupt nicht möglich wäre, bis hin zu der immer sehr guten Zusammenarbeit mit der Stadt.“

Und dass man in Finsterwalde nicht nur irgendein Oktoberfest, sondern eine richtig große Sause feiern kann, das bestätigt auch der Österreicher Peter Bosch, der Frontmann der Partyband „Die Stritzis“. Er muss es wissen. Tourt er doch mit seinen Mannen schon seit 20 Jahren durch seine Heimat und durch Deutschland. „Die siebeneinhalb Stunden Anfahrt haben sich auf alle Fälle gelohnt“, schwärmt er. „Hier passt einfach alles, die Leute, die Stimmung, die Party. Man trifft nur nette und freundliche Menschen. Wir wurden wunderbar aufgenommen und kommen gern wieder.“

Ein besseres Lob als von einem Kenner gibt es nicht. Das motiviert die 18 Vereinsmitglieder und die vielen Helfer und Unterstützer des „Herbstkrachers“. Deshalb soll 2019 das Dutzend voll gemacht werden.

Mehr Fotos im Internet unter:
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