Zuvor gab es bereits 1910 erste Flugversuche der Motorflugtechniker Holl und Häusler. Ihr Flugzeug “HH1„ konnte sich zwar nie in die Lüfte erheben, doch bereits 1912 erlebten in unmittelbarer Nähe, nämlich auf Gornickis Sportplätzen vor dem Waldfrieden, Finsterwalder einen ersten nachweisbaren Flugtag mit Luftaufnahmen. Der Finsterwalder Paul Beylich wurde zu einem der ersten Flugzeugbauer der Welt. Ganz eng arbeitete er mit Otto Lilienthal zusammen und musste dessen Absturz miterleben, in dessen Folge der Flugpionier verstarb.

An verschiedenen Stellen des Stadtgebietes fanden nachfolgend weitere Flugversuche statt. Im Verein Sturmvogel erfolgte seit 1929 die Ausbildung zum Segelflieger an Hand von Modellen. Der “Fliegerbund Finsterwalde„ mit eigenem Jungfliegerheim in der Johannes Knoche Straße und Mitglied im “Deutschen Luftfahrt Bund„ wurde 1930 gegründet. 1931 startete der selbst gebaute Segler “Zögling„ in die Finsterwalder Luft. Auf Fahrten im Umkreis wurde nach geeigneten Flugplatzflächen gesucht. Schließlich wurde Dank der Unterstützung durch den damaligen Stadtrat der Heideflugplatz angelegt.

Die Stadtväter wollten Finsterwalde an den entstehenden Zivilflugverkehr in Deutschland anschließen. Bei der Einweihung erhielt die gerade gerodete und planierte Heide den Titel “Flughafen„. Es wurden in den nun folgenden Jahren viele Flugschüler ausgebildet. Von und nach Finsterwalde erfolgten zahlreiche Streckenflüge. Der Standort war dabei auch in Rüstungsmaßnahmen und Kriegsvorbereitungen eingebunden Es wird erzählt, dass hier in den Jahren 1940 bis 1942 mit den Typen Ju 88, Me 109, He 111, Focke Wulf 190 und Lastenseglern geflogen wurde. Nur wenige der hier Ausgebildeten kamen von den Fronteinsätzen zurück. Parallel war bereits 1935 mit dem Bau eines reinen Militärflugplatzes südlich der Stadt begonnen worden. Mit Kriegsende fielen doch noch Bomben auf den Segelflugplatz, die ein Menschenleben forderten. Die Flugzeughalle wurde zerstört.

Alliierte Beschlüsse verhinderten nach Kriegsende vorerst das Wiederaufleben des Flugsportes. Flugenthusiasten wie Roland Leonhardt, Dieter Jensch, Heinz Pelikan frönten ihrer Flugleidenschaft mittels Modellbau. Wieder richtig zu fliegen begannen sie ab 1954. Der Flugplatz in Finsterwalde erwachte zu neuem Leben. Eine Halle in Form einer alten Reichsarbeitsdienstbaracke wurde aus Dahme herangeschafft. Unterkünfte stellten die Wirtsleute Hülle in ihrer Gaststätte Waldfrieden bereit. Aus Gotha, Bad Schmiedeberg und Lommatzsch kamen die ersten Nachkriegssegelflugzeuge und die sowjetischen Besatzungstruppen spendeten den legendären Doppeldecker Po 2 als Schleppflugzeug. Maybach-Schleppwinden waren noch vorhanden oder wurden bei Horch in Zwickau nachgebaut. Neue Winden wurden Ende der 50er-Jahre in der Tschechoslowakei gekauft. Sogar ein Schleppflugzeug Zlin 226 konnte in dieser Zeit hier eingesetzt werden. Fliegerkamerad Rudolf Hirschfelder erflog sich zu Beginn der sechziger Jahre als einer der ersten Flugsportler in der damaligen DDR die drei Diamanten zum goldenen Segelfliegerleistungsabzeichen.