ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 00:00 Uhr

Finsterwalder Dieb muss hinter Gitter

Finsterwalde.. Wegen Diebstahls in mehreren Fällen ist ein 26-jähriger Finsterwalder gestern vor dem Amtsgericht Bad Liebenwerda zu 14 Monaten Haft verurteilt worden. Christian Mathea

Die gestohlenen Waren hatte er nach eigenen Angaben gegen Heroin eingetauscht, um damit seine Sucht nach Drogen befriedigen zu können.
Ein Polizeibeamter bringt Andreas R. in den Gerichtssaal. Der seit dem Jahr 2002 in Deutschland lebende Russe mustert den ersten geladenen Zeugen und setzt sich zwischen seine Pflichtverteidigerin und die Übersetzerin. Der Staatsanwalt verliest die Anklageschrift. Nach Angaben der Ermittlungsbehörde hatte Andreas R. im Modehaus Galle Elsterwerda eine Jeanshose gestohlen. Aus drei Supermärkten in Finsterwalde soll er unter anderem Herrenunterwäsche und Wodka mitgehen lassen haben. Auch Kosmetik habe der Mann in der Sängerstadt entwendet.
Der Blick des zweifachen Familienvaters ist während des Verlesens der Anklageschrift starr auf die Tischkante gerichtet. Auf Nachfrage von Strafrichterin Irina Blanke erklärt er: „Wegen Drogen habe ich gestohlen, ich wollte die Ware gegen Heroin tauschen.“ Er habe wegen seiner Sucht bereits im Krankenhaus gelegen und eine Therapie gemacht. „Aber ich habe dort wieder Drogen genommen und bin rausgeflogen“ , erzählt der Angeklagte.
Die ihm vorgeworfenen Straftaten hatte Andreas R. nur teilweise gestanden. Doch ein Kaufhaus-Detektiv und eine Verkäuferin aus betroffenen Geschäften schildern im Gerichtssaal glaubhaft ihre Beobachtungen und versichern, dass der Angeklagte der Täter sei.
Der Staatsanwalt fordert 14 Monate Freiheitsentzug - ohne Bewährung. Denn Andreas R. sei zur Tatzeit wegen Diebstahls bereits rechtskräftig verurteilt gewesen und habe seine Drogen-Therapie abgebrochen. Der Ermittler betont, er sehe „keinerlei Anzeichen dafür, dass der Angeklagte sein Suchtproblem in den Griff bekommt“ .
Richterin Irina Blanke folgt der Argumentation des Staatsanwalts. 14 Monate Freiheitsstrafe lautet ihr Urteil. Eine erneute Bewährung sei nicht möglich. Dafür hätte Andreas R. mehr unternehmen müssen, um seine Sucht zu bekämpfen, so die Richterin. Sie wisse zwar, dass es nicht immer der beste Weg sei, jemanden in die Justizvollzugsanstalt zu verweisen. Aber vielleicht finde er dort Hilfe, sagt sie. „Das Strafrecht kann nicht dazu missbraucht werden, Ihnen eine Drogentherapie zu stellen“ , erklärt sie im Gerichtssaal abschließend an den Verurteilten gewandt.