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| 01:37 Uhr

Finsterwalder Bürgerheide: alte Bäume stehen zu dicht

Finsterwalde. Die Stadt Finsterwalde ist ein bedeutender Waldbesitzer. 183 Hektar gehören ihr, die vor allem westlich der Sängerstadt liegen. Das Herzstück ist die Bürgerheide. Ein reicher Baumschatz, der jetzt nach und nach gehoben werden soll. Von Dieter Babbe

85 Prozent der Waldfläche des Finsterwalder Stadtwaldes ist - wie in Brandenburg generell - mit Kiefern bewachsen, bei den restlichen 15 Prozent Laubwald dominiert die Birke, die einst als Unkraut verschrien war, jetzt aber die Waldfauna bereichert. Vor allem die Roteiche gehört zu den botanischen Raritäten in der Bürgerheide. Eine weitere Besonderheit: “Auch die Kiefernbestände sind vielfach von Laubbäumen durchmischt„, erklärt Oberförster Nico Friedrich, der dieser Tag zusammen mit Revierförster Uwe Manig im Schloss vor den Stadtverordneten das neue Bewirtschaftungskonzept für die grüne Lunge der Sängerstadt vorstellte.

Seit 1995 und der Rückgabe des Kommunalwaldes durch die Treuhand hat das Doberlug-Kirchhainer Amt für Forstwirtschaft einen Vertrag mit der Stadt, für die die Forstleute jährlich einen Forstbetriebsplan aufstellen und dabei beraten, waldbauliche Fehler zu vermeiden. Allerdings habe die Stadt in den vergangenen 20 Jahren die Waldpflege auf Sparflamme gefahren, erläutert Friedrich. Mit dem Ergebnis: “Die Hälfte der Bäume sind mehr als 100 Jahre alt und schreien nach Verjüngung und einer neuen Generation. Überdichte ist ein gravierender waldbaulicher Fehler.„ Letztlich wirke sich der dichte Bestand auf negativ die Gesundheit des Waldes aus. “Die Bürgerheide ist gesund, aber sie könnte noch gesünder sein, wenn mehr ausgeforstet wäre. Das erhöht die Vitalität des Waldes.„

Dazu legt das Forstamt jetzt ein neues Bewirtschaftungskonzept vor. Das sieht vor, dass der Stadtwald in Tortenstücke mit sogenannten Pflegeblöcke aufgeteilt wird, wo alte Bäume gefällt und neue angepflanzt werden. In sieben Jahren, so sagen die Forstleute, könnte die Bürgerheide in Ordnung sein. Und sie rechnen vor: Bei jährlichen Ausgaben von etwa 3600 Euro könnte die Stadt bei den derzeitigen Holzpreisen einen Gewinn von mehr als 36000 Euroerzielen. Die Arbeiten sollten von Oktober bis März und eventuell mit Pferdegespannen erfolgen, damit die weitgehend feuchte Bürgerheide keinen Schaden nimmt.

Allerdings, so warnt Oberförster Friedrich, sollte die Stadt ihren Wald auch nicht dazu benutzen, das Stadtsäckel aufzufüllen. Die besonders teuren Prachtexemplare bei den Laubbäumen sollten auf jeden Fall stehen bleiben. Apropos Warnen: Noch immer sind Munitionsberger in der Bürgerheide tätig. Für weitere sechs Hektar hat das Land Geld zur Verfügung gestellt, um die Hinterlassenschaften des letzten Krieges zu beseitigen. Tonnenweise vor allem sowjetische Munition und Granaten sind hier bisher gefunden worden.