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Finsterwalde wählt die neue Bierkönigin

Finsterwalde. Das 4. Brandenburger Brauereitreffen wird an diesem Wochenende in Finsterwalde gefeiert. Bierbotschafter Axel Schulz ist ebenso zu Gast wie Brandenburger Bierkönigin Carolin Käbermann. Deren Amtszeit endet allerdings am heutigen Samstag. Ihre Nachfolgerin wird um 16 Uhr auf dem Marktplatz gekürt. Wir stellen die Kandidatinnen vor: gb/bob

Juliane Elbin (26) aus Cottbus: Ursprünglich stammt Juliane Elbin aus Forst, wo es ja schon die Rosenkönigin gibt. Jetzt wohnt die Studentin im Fachbereich Landnutzung und Wasserbewirtschaftung an der BTU Cottbus-Senftenberg in Cottbus und schickt sich an, in Finsterwalde zur Bierkönigin gewählt zu werden. Die Sängerstadt kennt Juliane bereits, hat sie doch hier beim Sängerfest im vorigen Jahr Bier ausgeschenkt. Wie ihre Freundin Melanie Kressler, die morgen ebenfalls beim Wettbewerb antritt, bevorzugt sie ein herbes Bier aus dem Norden. Mit dem Gerstensaft in vielen Varianten hat die Studentin zuletzt auch bei der Biermeile in Berlin Bekanntschaft gemacht, als sie dort jobbte. "Da habe ich verschiedene Sorten probiert und eine Auswahl mit nach Hause genommen", erzählt die 26-Jährige. Ihr erstes Bier habe sie vor sieben Jahren bei einer Feier getrunken. "Das war Astra Rotlicht", erinnert sie sich noch genau. Vom eher süffigen Geschmack ist sie nunmehr in die herbe Richtung umgeschwenkt. Gespannt sein kann man, in welcher Kleidung sich Juliane um die Krone bewirbt. Ihr T-Shirt mit der Aufschrift "Wish you were Beer" zieht sie zumindest sonst sehr gern an.

Melanie Kressler aus Trebendorf: Beim Stadtfest in Lübbenau, als Melanie Kressler für den Brandenburger Brauerei-Förderverein jobbte, wurde die Idee für ihre Kandidatur als Bierkönigin geboren. Am Samstag stellt sich die Studentin der Betriebswirtschaftslehre an der BTU Cottbus der Jury in Finsterwalde. Ja, Bier habe sie schon immer ganz gern getrunken. Bei Dorffesten sei das ohnehin ein allgemein bevorzugtes Getränk. Zunächst fiel die Wahl auf Radler, aber das wurde ihr irgendwann zu süß. Jetzt bevorzugt Melanie ein herbes Bier von der Küste, kann - und muss - also noch von den Brandenburger Köstlichkeiten überzeugt werden. Mit ihrer Kandidatur als Brandenburger Bierkönigin bestreitet sie ihren ersten Wettbewerb solcher Art und ist sehr gespannt, was auf sie zukommt. Da sich ihre Freundin auch für das Amt beworben hat, können sich beide am Samstag unterstützen. "Das kriegen wir irgendwie hin. Ich improvisiere gern." Ob sie sich bei einer Freundin ein Dirndl für ihren Auftritt ausleiht oder mit der - schon vorhandenen - Lederhose antritt, wird erst kurz zuvor entschieden.

Teresa Kupka (22) aus Wilhelmshorst bei Potsdam: Schon vor zwei Jahren hatte Teresa Kupka den Wettbewerb um die Bierkönigin verfolgt. In einer Orientierungsphase nach dem Schulabschluss hatte sie in der Braumanufaktur Forsthaus Templin als Kellnerin gearbeitet. Dort hat sie Braumeister kennengelernt, die "immer lustig und sehr gut drauf" waren. Diese Arbeit müsse Spaß machen, schlussfolgerte Teresa und entschloss sich, selbst Brauerin und Mälzerin zu werden. Jetzt steigt sie in ihr 3. Ausbildungsjahr ein und findet ihren baldigen Beruf sehr abwechslungsreich. Was das Wissen zum Thema angeht, fühlt sich Teresa gut vorbereitet für den Wettbewerb am Samstag. Was den eigenen Biergenuss betrifft, so bevorzugt sie derzeit das Rotbier aus der Alten Meierei in Potsdam. Das Potsdamer Weiße, ein Sauerbier, schmeckt ihr jetzt im Sommer besonders gut. Und weil sie sonst nicht so oft Gelegenheit habe, sich herauszuputzen, werde sie in Finsterwalde definitiv ein Kleid anziehen. Eine gute Nachricht für die ebenfalls groß gewachsene Teresa ist, dass Bierbotschafter Axel Schulz 1,91 Meter misst.

Varinia Skalske (30), die aus Cottbus stammt und für das Finsterwalder Brauhaus antritt: An einem Glas Bier genippt hat Varinia Skalske das erste Mal bei der Jugendweihe ihres Cousins. Diese Begegnung hat sie als eher bitter in Erinnerung. "Jugendliche mögen doch eher liebliche Weine oder Mixgetränke", meint sie. Den Bezug zum Gerstensaft bekam die junge Eventmanagerin über ihre Arbeit für Veranstaltungen der Bierbranche, indem sie Braumeistern über die Schulter schauen konnte. Letztendlich sei sie dem Charme von Braumeister Markus Klosterhoff erlegen gewesen und tritt nun für das Finsterwalder Brauhaus als Bierkönigin-Kandidatin an. Noch nicht entschieden sei, ob sie sich der Jury und dem Publikum im Dirndl oder in einer Lederhose präsentieren werde. Welches ihr bevorzugtes Bier ist, das kann sie hingegen klar sagen: Es ist das süffige Dunkle. Eine spezielle Vorbereitung für Samstag steht bei Varinia nicht auf dem Plan. "Spontan reagieren, das ist immer das Beste", meint die junge Frau. Mit Bierbotschafter Axel Schulz hat sie übrigens schon einmal gemeinsam Bier gezapft.

Ilona Eggenstein (61) aus Bad Belzig: "Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, den Verein zur Förderung der Brandenburger Brauereien zu unterstützen. Wir freuen uns, dass die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt so gut funktionieren", sagt die Mitinhaberin des Burgbräuhauses in Bad Belzig. Dieses gibt es seit zwölf Jahren und vor fünf Jahren kam eine Whisky-Destille hinzu. Ilona Eggenstein trinkt am liebsten das Helle unter ihren Bieren. Von Beruf Diplom-Verwaltungswirtin hat die geborene Herzbergerin mehr als 20 Jahre in einem Landratsamt in den alten Bundesländern gearbeitet. Der Erwerb eines denkmalgeschützten Hauses in Bad Belzig ließ sie am einstigen Sitz der Dessauer Brauer einen Traum verwirklichen. Tochter und Sohn arbeiten im Unternehmen der Eltern mit - der Sohn als Brauer und Mälzer. Auf das Treffen in Finsterwalde freut sich die Bierkönigin-Kandidatin. "Das wird ein Riesenspaß", ist sie sich sicher. Klar, wegen ihres Alters habe sie schon kurz überlegt, ob sie sich dem Wettbewerb mit den jungen Damen stellen sollte. Letztendlich sei aber der Wunsch ausschlaggebend gewesen, den Verein zu unterstützen. Dass immer mehr Frauen auf den Geschmack gekommen sind und gern ein gutes Bier trinken, beobachtet Ilona Eggenstein "als kleine Revolution".

Anne Mulinski (23) aus Fürstenwalde: Anne hatte sich bereits vor zwei Jahren in Finsterwalde um das Amt beworben. Diesmal hofft sie auf eine Portion mehr Glück bei der Wahl. Eine Verbindung zum Gerstensaft hat die junge Frau über ihren Freund aufgebaut. "Er hat am Markt von Fürstenwalde ein Brauereimuseum mit aufgebaut", erzählt sie. Anne Mulinski studiert an der FU Berlin Literatur- und Theaterwissenschaften. Die Aufgaben, die als Bierkönigin auf sie zukommen würden, könne sie mit dem eher flexiblen Studentenleben unter einen Hut bringen. Wenn Anne selbst zum Gläschen Bier greift, dann bevorzugt sie natürlich das Fürstenwalder Rathausbier. Sollte sie von der Jury auf den Thron gehoben werden, erwartet sie ganz sicher ein Küsschen von Brandenburgs Bierbotschafter und Ex-Boxprofi Axel Schulz. Als ihr Freund davon hörte, habe er "ein wenig grimmig geguckt", sagt die Studentin im Spaß. "Aber da muss er durch. Für mich ist es eine Premiere, Axel Schulz zu begegnen." Als Repräsentantin für die Rathausbrauerei Fürstenwalde hat Anne Mulinski ihre Garderobe mit dieser abgestimmt. So viel verrät sie: "Es ist ein langer Rock, rötlich kariert im Schottenstil. Etwas traditionell, aber auch modern."