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| 02:34 Uhr

Finsterwalde und Sonnewalde mit Abwasserlast

Finsterwalde/Sonnewalde. Am Dienstag werden Abordnungen aus Finsterwalde und Sonnewalde mit den Bürgermeistern Jörg Gampe und Werner Busse (beide CDU) an der Spitze bei Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in Potsdam um mehr als nur gut Wetter für eine mögliche Fusion beider Städte ersuchen. Es geht vor allem um Geld, mit dem das Land die Fusion ermöglichen soll. Heike Lehmann

Denn: Sonnewalde schleppt schon seit Jahren schwere Altlasten mit sich. Die Abwasserfrage muss dringend geklärt werden, es gibt in der Infrastruktur zum Teil erheblichen Reparaturstau und Aufholbedarf bei der Ausstattung der Feuerwehren. Zusammengefasst wurde dies alles in einer Projektstudie, "die dem Innenminister übergeben wird", so Gampe. Aufgelistet seien Bedarfe für Sonnewalde, "wenn wir den Finsterwalder Standard anwenden". Einsparpotenziale und Mehrkosten seien aufgelistet.

Drei Varianten aufgelistet

Bei den elf Bürgerinformationsveranstaltungen, zu denen etwa 300 Bürger gekommen waren, sei deutlich formuliert worden: Wenn das Land Brandenburg nicht maßgeblich finanziell unterstützt, kann ein Zusammenschluss scheitern. Eine Belastung der Finsterwalder Bürger mit den Abwasserschulden der Stadt Sonnewalde werde es nicht geben.

Bezüglich der Abwasserlösung für Sonnewalde wurden in der Studie drei Varianten mit Zahlen unterlegt: der Status quo, der Austritt von Sonnewalde aus dem WAV und die Überleitung der Abwässer ins Klärwerk Lindena mit am Ende einheitlichen Gebühren im WAV. "Im Interesse der angeschlossenen Bürger und für einen einheitlichen Preis im Verband ist die Überleitung die einzig realistische Chance", macht Jörg Gampe aus seiner Sicht deutlich. Er mahnt bei dem Thema eine emotionsfreie und sachliche Diskussion an.

Misstrauen bei Sonnewaldern

Doch bei der jüngsten Sitzung der Sonnewalder Stadtverordneten in Münchhausen wurde am Mittwoch deutlich, dass gerade dies schwer wird. Ralf Bietzig (AfD): "Wir gehören noch nicht zu Finsterwalde und schon wird gegen uns gearbeitet. Wir haben beschlossen, dass wir keine Überleitung wollen und raus wollen aus dem Verband." Martin Petschick, Vorsitzender der Sonnewalder Stadtverordnetenversammlung und am Dienstag in Potsdam dabei, entgegnete: "Das ist die Meinung von Herrn Gampe. Es gibt im Bericht keine Vorzugsvariante." Bürgermeister Werner Busse erklärte: "Wir wollen finanzielle Unterstützung bekommen. Ein Zusammenschluss geht nur, wenn man auf Augenhöhe verhandeln kann."

Dass auch Dirk Gebhard, als Dezernent des Landkreises Elbe-Elster bestens mit der Sonnewalder Abwasserproblematik betraut, am Dienstag in Potsdam dabei sein wird, verleitete Sonnewalder Stadtverordnete und Besucher zu misstrauischen Kommentaren.