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| 01:37 Uhr

Finsterwalde setzt auf Glasfaser

Christoph Pauselius (r.) erklärt Rainer Genilke (M.) ein Glasfaserkabel, das die Stadt und das Umland mit versorgen könnte. Links: Jürgen Fuchs, Geschäftsführer der Stadtwerke. Foto: Babbe
Christoph Pauselius (r.) erklärt Rainer Genilke (M.) ein Glasfaserkabel, das die Stadt und das Umland mit versorgen könnte. Links: Jürgen Fuchs, Geschäftsführer der Stadtwerke. Foto: Babbe FOTO: Babbe
Finsterwalde. Die Finsterwalder Stadtwerke wollen sich einer neuen Herausforderung stellen und in der Region die Nummer eins für die Breitbandversorgung werden. Von Dieter Babbe

Das ist das Ergebnis einer Beratung mit Vertretern von Kommunen, Ämtern sowie von kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen, die dieser Tage bei den Stadtwerken stattfand. “Die Sängerstadtregion kann derzeit an vielen Orten nicht ausreichend mit einer Breitbandverbindung versorgt werden. Das ist ein klarer Standortnachteil für Unternehmer in den betroffenen Orten„, stellt der Landtagsabgeordnete Rainer Genilke (CDU) fest, auf dessen Initiative die Veranstaltung zustande kam. “Eine Ansiedlung von Industrie, Handwerk oder Dienstleistungseinrichtungen ohne die Möglichkeit, eine Hochgeschwindigkeitsverbindungen für die Übertragung von Daten im Internet herstellen zu können, wirkt sich hemmend auf Investitionsentscheidungen in den Randbereichen Brandenburgs aus„, so Genilke. Das Wahlversprechen von Ministerpräsident Platzeck, bis Ende 2009 alle weißen Flecken in der Breitbandversorgung beseitigt zu haben, sei “nicht annähernd erreicht worden„.

Dabei ergäbe sich für die Stadtwerke die Chance, eine Vorreiterrolle bei der Einführung von Glasfaserdatenkabeln zu spielen, um damit Orte der Region wie Haushalte mit Telefon, Internet und Fernsehen zu versorgen, erklärte Christoph Pauselius von der FOC GmbH Berlin, der bei der Veranstaltung Lösungen und Fördermöglichkeiten aufzeigte. Zudem hätte die Deutsche Telekom erklärt, ihre Führungsrolle auf dem Gebiet aufzugeben und bei Glasfaseranschlüssen nur noch ein Anbieter unter anderen sein zu wollen. “Das bedeutet: Die Telekom kommt nicht mehr in jeden Haushalt„, so Pauselius. Brandenburg hinke im Bundesvergleich bei der Breitbandversorgung hinterher. “In Baden-Württemberg hat schon jedes Kaff Breitband.„

Die Finsterwalder Stadtwerke stellten sich der Herausforderung - “wir stehen bei Glasfaseranschlüssen heute wie vor 120 Jahren bei Strom und Gas, wo die Stadtväter Weitsicht gezeigt und eine Versorgung aufgebaut haben, von der wir heute noch profitieren„, so Geschäftsführer Volker Scheibe. “Wir verlegen jedes Jahr sechs bis zehn Kilometer Leitung neu. Dabei kann das Glasfaserkabel mitverlegt werden„, erklärt Geschäftsführer Jürgen Fuchs. Mit dem Kabelanbieter Primacom liefen demnächst die Verträge aus - für die Finsterwalder Wohnungsunternehmen eine Möglichkeit, mit den Stadtwerken einen neuen Geschäftspartner zu finden. Erste Überlegungen gingen dahin, in den Wohngebieten Südkomplex und Langer Hacken mit der Glasfaserversorgung in den nächsten sechs, sieben Jahren zu beginnen.