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Finsterwalde lebt (fast) einmalige Freundschaft

Jean-Pierre Bosino, Bürgermeister von Montataire, mit den Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine Michel Ringenbach und Uwe Drahn sowie Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (v.l.) beim Auftakt zum Stadtfest.
Jean-Pierre Bosino, Bürgermeister von Montataire, mit den Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine Michel Ringenbach und Uwe Drahn sowie Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (v.l.) beim Auftakt zum Stadtfest. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. "Rot blühn die Rosen, lass' sie blühn." - Stimmgewaltig eröffnete der Fritz-Höft-Chor, der Chor der Chorleiter des Brandenburgischen Chorverbandes, den Festakt zum 55. Geburtstag der Städtepartnerschaft zwischen der Sängerstadt Finsterwalde und dem französischen Montataire. Gabi Böttcher

Später gaben die jungen Sänger des Chores "C 4" aus Montataire den musikalischen Gruß von der Empore zurück. Kaum festlicher als in der Trinitatiskirche konnte diese ihresgleichen suchende Städtepartnerschaft gewürdigt werden. Im übertragenen Sinne des Liedes ist sie eine blühende, die im Osten Deutschlands lediglich mit Eisleben in Sachsen-Anhalt ein Pendant findet. Aus DDR-Sicht 1962 wohl deshalb zustande gekommen, weil in Montataire der gesamte Stadtrat von Kommunisten besetzt war, überlebte die Partnerschaft in den deutschen Wendejahren ihre wohl schwierigste Zerreißprobe. Jean-Pierre Bosino, Bürgermeister von Montataire, sieht die Geburtsstunde in der Zeit, als "man um Frieden und die Anerkennung der DDR kämpfte". Und er lobte den Mut von Altbürgermeister Johannes Wohmann, nach "stundenlangen Diskussionen" in der politischen Wendezeit, an dieser Partnerschaft festzuhalten.

Michael Stübgen, europapolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, stellte die Partnerschaft in den europäischen Zusammenhang und das Vermächtnis des verstorbenen Helmut Kohl. Wenn es Frankreich und Deutschland nach tausendjähriger Feindschaft gelungen sei, Frieden zu schließen, dann könne es auch anderswo, zum Beispiel zwischen der Ukraine und Russland, gelingen. Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe freute sich mit den beiden Partnerschaftsvereinen, dass der europäische Gedanke von Zusammenhalt in der Partnerschaft von Finsterwalde und Montataire gelebt wird. Erst im Mai hatte man in der französischen Stadt das Jubiläum gefeiert.

Staatssekretär Reiner Brettschneider, der die Grüße des Brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke überbrachte: "In Zeiten, in denen Regierungen, politische Strukturen in Europa die Menschen teilweise vergessen haben, ist es um so wichtiger, dass die Menschen zueinanderhalten."