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| 11:10 Uhr

Stadtentwicklung
Schub bei Stadtsanierung erhofft

Eine Steilvorlage gaben Architekturstudenten  der BTU Cottbus-Senftenberg bereits 2015 für ein mögliches  Schließen der Baulücke in der Leipziger Straße in Finsterwalde. Hier der Sieger-Vorschlag von Joanna Maria Lesua. In der Zukunftsstadt-Diskussion kamen sie erneut ins Gespräch.
Eine Steilvorlage gaben Architekturstudenten  der BTU Cottbus-Senftenberg bereits 2015 für ein mögliches  Schließen der Baulücke in der Leipziger Straße in Finsterwalde. Hier der Sieger-Vorschlag von Joanna Maria Lesua. In der Zukunftsstadt-Diskussion kamen sie erneut ins Gespräch. FOTO: Baðttcher / Zeichnung: Joanna Maria Lesna
Finsterwalde. Unterstützung beim Grob-Check von Sanierungsplänen gibt es auch 2018. Die Oscar-Kjellberg-Straße soll der Star beim Tag der Städtebauförderung am 4. Mai in Finsterwalde sein. Von Gabi Böttcher

 Einen neuen Schub für den Fortgang der Sanierung der Innenstadt erhofft sich Uwe Brenner vom städtischen Sanierungspartner, der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft DSK. Eine neue Förderquelle könnte noch Unentschlossenen  2018 einen zusätzlichen, aber letztendlich  ausschlaggebenden Anreiz bieten. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg vergibt neben zinsfreien Darlehen für selbst genutztes Wohneigentum künftig auch Zuschüsse. „Finsterwalde ist ohnehin schon bekannt als familienfreundliche Stadt. Da können 5000 Euro je Kind des Bauherren, der einen Darlehensvertrag mit der ILB abschließt, schon ein Anreiz sein“, meint Uwe Brenner. Zusätzliche 10 000 Euro erhalten Haushalte mit geringem Einkommen.  Bauwillige, die in Finsterwaldes Zentrum ein neues Zuhause anstreben, sollten sich ohnehin sputen. „Es gibt nur noch wenige Grundstücke, auf die die Stadt direkten Zugriff hat. Weitergehende Hoffnungen liegen auf privaten Anbietern“, ergänzt Brenner.  Den Fortgang bei der weiteren Veredelung des Stadtzentrums sieht Uwe Brenner  an erster, greifbarer Stelle in der Baulücke Leipziger Straße 22 bis 24. Auch im Zusammenhang mit dem Bundeswettbewerb „Zukunftsstadt“ wird hier  eine Chance für die zeitnahe Entwicklung des Standortes gesehen. Studenten haben hierfür bereits Entwürfe vorgelegt.

Die Leipziger und in der Weiterführung die Oscar-Kjellberg-Straße sollen in diesem Jahr anlässlich des Tages der Städtebauförderung am 4. Mai ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden. Im Zusammenhang mit den Vorleistungen der Stadt bei der  Entwicklung der Infrastruktur drängt sich eine Betrachtung der an die sanierte Straße angrenzenden Objekte auf. Hier sei eine Entwicklung unübersehbar.  Von der Leipziger Straße 46, die eine junge Rückkehrerfamilie derzeit beplant, über die Hausnummer 44, die dank einer Bauherrengemeinschaft zu neuem Leben erwacht ist, bis hin zu dem in Finsterwalde als Magnolienhaus bekannten Objekt ist ein regelrechter Entwicklungssog im Umfeld der künftigen Stadthalle spürbar. Die Verwandlung der 1906 erbauten Villa des Finsterwalder Tuchfabrikanten Richard Schäfer in der Oskar-Kjellberg-Straße 5 ist im vorigen Jahr gefeiert worden.  Gespannt kann man auch auf das Projekt der  Wohnungsgenossenschaft Finsterwalde in der  Oscar-Kjellberg-Straße 3 sein, wo ein zentrumsnahes, barrierearmes Mehrfamilienhaus entstehen soll.  „Uns schwebt vor, über diese beispielhaften Entwicklungen zu informieren und  sie gleichzeitig  mit Musik und Kultur zu feiern“, blickt Uwe Brenner auf das Gemeinschaftsvorhaben mit der Stadt voraus. Für Ideen sei man offen, Interessierte könnten mitwirken. Über dieses Areal hinaus sind Entwicklungs- und Sanierungsschwerpunkte das neue Wohnquartier in der Friedrich-Engels-Straße und der Abriss-Standort der ehemaligen Leipziger Straße 5, das sogenannte  Gessner-Haus. Dies passiert in der Regie der Sparkasse-Objektentwicklungsgesellschaft.  Auch auf dem Grundstück an der Schloss-Apotheke in der August-Bebel-Straße, das von einem privatem  Eigentümer entwickelt werde, vollziehe sich Stadtsanierung. Nach wie vor ist das spezielle  Zuschuss-Förderinstrument „Sanierungs-Grobcheck“ nutzbar. Vor dem Einreichen eines Bauantrages können in einer intensiven Phase der Konzeptfindung mehrere Varianten durchgespielt werden. Für  Baulücken können Machbarkeitsstudien für Neubauten unterstützt werden, um eine optimierte bauliche, nutzungstechnische, energetische und auch wirtschaftliche Lösung für den jeweiligen Standort zu erarbeiten. „Die Grob-Check-Förderung ist besonders geeignet für schwierige Standorte, wo man keine 08/15-Einfamilienhauslösung hinbekommt“, ermuntert Uwe Brenner Bauwillige, sich der Unterstützung zu bedienen. Optimal sei eine Koppelung mit der energetischen Sanierung und die Nutzung verfügbarer Förderquellen.

Stadtsanierer Uwe Brenner
Stadtsanierer Uwe Brenner FOTO: DSK / LR

Bisher wurden mit Hilfe dieses Instruments 24 Konzepte gefördert, wovon neun Objekte realisiert wurden und weitere neun im Bau beziehungsweise in der Planung sind.

Was das Interesse angehe, in Finsterwalde   zu einem attraktiven Wohnort zu kommen, so favorisiert der Stadtsanierer glasklar noch vorhandene Baulücken, auch auf privaten Grundstücken. Stadthäuser für mehrere Familien böten vor allem in energetischer und damit am Ende wirtschaftlicher Hinsicht klare Vorteile gegenüber Einfamilienhäusern auf der grünen Wiese. Im Falle hochwertiger, innovativer Lösungen böten sich weitere Förderquellen. Auch Bauherren-Gemeinschaften würde man gern beraten. Dabei sei eine Betrachtung nicht nur anhand der Baukosten sinnvoll. Vielmehr müssten die Kosten der Investitionsphase mit jenen ins Verhältnis gesetzt werden, die möglicherweise in der späteren, viel längeren  Betriebsphase des Hauses anfallen.

Zur Erinnerung: Bau- und Modernisierungswilligen steht die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft DSK jeden Dienstagnachmittag ab 13 Uhr im Rathaus am Finsterwalder Markt für die Beratung zur Verfügung.