ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:42 Uhr

Finsterwalde greift in das Weltklima ein

Das energetische Quartierskonzept der Sängerstadt und wie es umgesetzt wird erfuhren Gäste des "Rollenden Workshops" des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung am Mittwoch. Hier machen sie halt in der Grabenstraße.
Das energetische Quartierskonzept der Sängerstadt und wie es umgesetzt wird erfuhren Gäste des "Rollenden Workshops" des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung am Mittwoch. Hier machen sie halt in der Grabenstraße. FOTO: Böttcher
Finsterwalde. Ein erster Versuch anderenorts in Brandenburg war in die Hose gegangen. Mangels Interesses. In Elbe-Elster hingegen interessiert man sich offenbar sehr dafür, wie eine Kommune im direkten Wort-Sinn mit Energie umgeht. Finsterwalde präsentierte in dieser Woche sein energetisches Quartierskonzept zur Nachahmung. Gabi Böttcher

Eingeladen hatte das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung zu einem "Rollenden Workshop". In der Sängerstadt wurde dieser zu einem "Workshop per pedes". Vom Bahnhof über die Berliner Straße bis zum Schlosspark zelebrierten Bürgermeister Jörg Gampe (CDU), Wirtschaftsförderer Torsten Drescher und Claudia Mucha vom städtischen Partner complan Kommunalberatung aus Potsdam, wie ernst man es mit der energetischen Stadtsanierung meint. Damit wird Finsterwalde ohne Übertreibung zum Mosaikstein in den weltweiten Bemühungen, dem Klimaschutz durch eigenes, gezieltes Zutun auf die Sprünge zu helfen. Unter anderen interessierten sich Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos) und Bauamtsleiter Uwe Schaefer sowie der Schliebener Amtsdirektor Andreas Polz für das energetische Konzept und das Management für dessen Umsetzung.

Mit Partnern wie den Stadtwerken, dem Sanierungsträger Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) und complan wird ein bis zum Jahr 2013 erarbeitetes energetisches Quartierskonzept nun verwirklicht. Zehn Gebäude, drei unterschiedlichen Typen zugeordnet, wurden zu Referenzobjekten. Ob Fachwerk, Betonbau oder Fassade mit Schmuckelementen - die Anforderungen an eine energetische Sanierung sind verschieden. Es geht um realistische Ziele und die Berücksichtigung der Interessen der Eigentümer. Davon gibt es insgesamt 390 im betrachteten Stadtquartier zwischen Bahnhof und Schloss.

Zu einem ersten Workshop waren 35 Anwohner gekommen, konstatiert Torsten Drescher. Da sei noch viel Luft nach oben. Gebildet wurde eine Arbeitsgruppe aus Architekten, Planern, Energieberatern. Es gebe eine große Offenheit für das Anliegen. Für den einzelnen Eigentümer stünden vor allem diese Fragen: Was kann ich machen, wie kann ich es finanzieren? Claudia Mucha verwies auf eine mögliche Verzahnung von Förderprogrammen.

In der Grabenstraße angekommen, deutete Torsten Drescher auf ein Referenzgebäude, auf dessen Dach eine solarthermische Anlage installiert wurde. Für den Passanten nicht zu sehen - eine Herausforderung in der Innenstadt. Gleichwohl stecke in den erneuerbaren Energien noch viel Potenzial. Claudia Mucha beobachtet eine positive Entwicklung hin zum gemeinschaftlichen Nachdenken über effizientere Formen der Energieversorgung.

Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos) sieht Finsterwalde in einer komfortablen Situation, was die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken als einem Partner für alle Medien betrifft. Das Fernwärmenetz hält auch aus seiner Sicht Kapazitäten bereit. Problematisch sei, wer unter welchen Voraussetzungen Anschlüsse herstellt. "Das war auch ein Punkt in unserer Konzeptarbeit", machte Claudia Mucha auf eine weitere Beschäftigung mit dem Finsterwalder Modell neugierig.

Energieberatung dienstags, 14 bis 17 Uhr Rathaus am Markt.