Von Gabi Böttcher

Bauunternehmer Mirko Lindstädt aus Drößig will einfach nur in Ruhe seine Arbeit tun. Und das Projekt eines neu entstehenden „Wohnquartiers Carl J. Krause“ im Karree Weststraße/Tuchmacherstraße Schritt für Schritt reifen lassen. Gegenwärtig laufen die Abbrucharbeiten der alten Industriegebäude einschließlich des Schornsteines. Bis zum Frühjahr würde das dauern. „Dann können wir weiter reden“, so der Unternehmer freundlich aber bestimmt gegenüber der Presse. Mit der Entscheidung der Stadtverordneten zum Projekt sieht er sich seit der vorigen Woche einen solchen Schritt vorangekommen. Mit 22 Ja-Stimmen (bei zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen) ist die Zustimmung zum Entwurf des Bebauungsplanes und dessen öffentlicher Auslage erfolgt. Zuvor hatte Andreas Jäpel (SPD) für einen seiner vier Änderungsanträge mit 18 Ja-Stimmen (vier Enthaltungen, vier Nein-Stimmen) eine Mehrheit bekommen. Die Änderung wurde entsprechend eingefügt. Danach ist der Bau einer Tankstelle im neuen Wohnquartier untersagt. Dass die künftige Bebauung drei Vollgeschosse nicht übersteigen darf und Gartenbaubetriebe von der Ansiedlung ausgeschlossen sein sollten, fand hingegen keine Mehrheit unter den Stadtverordneten. Andreas Jäpel hatte mit einer Grundsatzkritik an der Planung in Zweifel gezogen, dass diese städtebaulichen Zielen folge. Die entsprechend eines unverbindlichen Konzeptes des Vorhabenträgers avisierten 14 Häuser mit je 300 Quadratmeter Grundfläche veranlassen Andreas Jäpel zu der Frage ob das erwünscht sei. „Wird in diesem Zusammenhang der zunehmende Wohnungsleerstand bei der Wohnungsgesellschaft Finsterwalde berücksichtigt?“, fragte der SPD-Stadtverordnete weiter. Außerdem bemängelte er, dass „die Gebäude kreuz und quer stehen könnten, keine Firstregelung getroffen“ sei. Sein Fazit: Dieser Bebauungsplan diene nur den Interessen des Investors.

Dieser war im Sommer vorigen Jahres bei Überlegungen zur Entwicklung eines Stadtquartiers im Bundeswettbewerb „Zukunftsstadt“ mit seinen Ambitionen für die etwa 1,57 Hektar große brachliegende Fläche an der Weststraße in die Öffentlichkeit gelangt. An seinem Ziel, anstelle eines Schandfleckes inmitten der Stadt Neues, Raum zum Wohnen und Leben, entstehen zu lassen, hält er unvermindert fest. Nach dem Abriss der Industriegebäude sind laut Planungsunterlagen die Errichtung von zwei- bis viergeschossigen Einzelhaus-, Doppelhaus- und Hausgruppen vorgesehen.