Lutz Müller staunt am Mittwoch nicht schlecht, als der Vorsitzende des Vereins LebensArt Lange Straße das Spendenkonto für die Rekonstruktion der Finsterwalder Wasserturmspitze checkt. Der Kontoauszugsdrucker hört nicht auf zu rattern. Nach dem jüngsten Spendenaufruf per Flyer sind innerhalb von nur fünf Tagen noch einmal mehr als 2000 Euro zusammengekommen.

Bereits seit einem halben Jahr läuft die Aktion. Die Spendenbereitschaft scheint dennoch ungebrochen. Lutz Müller spart daher auch nicht mit Superlativen: „Es ist sensationell, mit wie viel Herzblut die Menschen versuchen, unsrem Wahrzeichen zu helfen. Dafür ein großes Dankeschön!“

Spenden nicht nur aus Finsterwalde

Der Höchstbetrag kommt von einer Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte. Ganze 375 Euro hat sie zur Rettung der Wasserturmspitze überwiesen. Schon etwas länger zurück liegt eine Spende aus Dachau, vermutlich von ehemaligen Finsterwaldern, die 500 Euro in die Sängerstadt geschickt haben. „Es ist toll, dass auch Massener und Doberlug-Kirchhainer helfen wollen. Und auch viele Vereine, Mediziner und Unternehmen haben bereits gespendet“, betont Lutz Müller. Neben seinem Job als Gastwirt ist er derzeit vor allem damit beschäftigt, Spendenquittungen auszustellen.

Und so ist aus dem anfänglichen Ziel, 2000 Euro zu sammeln, inzwischen ein neuer, realistischer Wunschwert erreicht worden. „Finsterwalde hat etwa 17 200 Einwohner. Es wäre doch schön, wenn wir am Ende sagen könnten, jeder Einwohner hat einen Euro für die Rettung der Wasserturmspitze gegeben“, sagt der Vereinschef.

Gesamtkosten noch unklar

Unklar ist noch, was die Rekonstruktion insgesamt kosten wird. „Wir befinden uns noch in der Begutachtungsphase“, informiert Stadtwerke-Geschäftsführer Andy Hoffmann auf Rundschau-Nachfrage.

Die Spendenaktion läuft noch bis zum Anglühen in der Langen Straße am 30. November. Alle Spender von 10 Euro aufwärts sollen sich später namentlich auf einer Plexiglaswand im Wasserturm wiederfinden.

Spektakulärer Einsatz für Industriekletterer in Finsterwalde bei der Bergung der vom Sturm abgeknickten historischen Wassersturmspitze. Seit 1910 war sie auf dem Turm und musste jetzt erstmals aufwändig wieder heruntergeholt werden, um sie zu reparieren.

Bildergalerie Spektakulärer Einsatz für Industriekletterer in Finsterwalde bei der Bergung der vom Sturm abgeknickten historischen Wassersturmspitze. Seit 1910 war sie auf dem Turm und musste jetzt erstmals aufwändig wieder heruntergeholt werden, um sie zu reparieren.