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| 12:40 Uhr

Knigge-Kurs in Finsterwalde
Tischmanieren sind nicht nur im späteren Beruf hilfreich

Knigge-Seminar im „Goldenen Hahn“ in Finsterwalde.
Knigge-Seminar im „Goldenen Hahn“ in Finsterwalde. FOTO: Silvia Dedek
Finsterwalde. Finsterwalder Schüler lernen, wie sie sich vor, während und nach einem Essen richtig verhalten sollen.

Als Berufsanfänger oder Student das erste Mal zu einem offiziellen Empfang eingeladen zu werden, kann herausfordernd sein. Angefangen bei der angemessenen Kleidung über die Gesprächsthemen bis hin zu der Überlegung, wer begrüßt wen zuerst und wie stelle ich mich vor? Es gibt viele Stolperfallen auf dem Weg zu einem souveränen ersten Auftreten. Die science academy der BTU Cottbus-Senftenberg hatte dazu am Sonnabend Schüler der Klassenstufen 7 bis 12 in das Restaurant „Goldener Hahn“ in Finsterwalde eingeladen.

„Wir wollen mit diesem Seminar die Schlüsselkompetenzen der Teilnehmer fördern“, erklärt Heike Postelt, Studienberaterin der BTU. „Die Wertigkeit dieser Kompetenzen ist nicht nur im Studium von großer Bedeutung, sondern auch in der Wahrnehmung der Firmen enorm gestiegen. Der richtige Umgang miteinander ist dabei die essenzielle Grundlage.“

Das Seminar unter der Überschrift „Knigge up to date – Start in dein Berufsleben“ trägt damit dem ursprünglichen Ansinnen seines Namensgebers in besonderer Weise Rechnung, weiß auch Iris Schreiber, die als Expertin fungiert. „Adolph Freiherr Knigge hat nie ein Wort über Benimmregeln beim Essen geschrieben“, erklärt sie. „Sein Werk ‚Über den Umgang mit Menschen‘ beschäftigt sich vielmehr mit der Frage, wie man miteinander umgehen soll.“

Ganz praktisch bringt Iris Schreiber den Teilnehmern Verhaltensregeln bei einem Empfang, während eines Essens und bei einer Cocktaileinladung bei. Die meisten sind durch ihre Eltern auf das Seminar aufmerksam geworden. Jan Sudhoff geht es an diesem Tag vornehmlich um die Tischmanieren, die während des exquisiten Vier-Gänge-Menüs von Küchenchef Frank Schreiber von Iris Schreiber auch mit historischem Hintergrund aufgearbeitet werden. Dies beginnt  bei der Serviette und dem Brotteller, der während des Menüs unverrückt auf der linken Seite zu verbleiben hat.

Nicht nur beim Eindecken bringen einige Vorkenntnisse mit. Vincent Kümmel kennt sich mit der richtigen Handhabung des Löffels bei der Meerrettichsamtsuppe bestens aus. „Darüber habe ich mit meiner Mutter schon einmal gesprochen“, verrät er.

Niclas Semsch beginnt im August eine Ausbildung. So stehen ihm einige Vorstellungsgespräche bevor. Darauf möchte er sich nun vorbereiten. Er erhält von Iris Schreiber Tipps zum gelungenen Auftreten und welche Rolle Stimme, Mimik, Gestik und vor allem die Körperhaltung spielen.

Antonia Manig und Paula Marie Krausch sind beim Eindecken und Serviettenfalten superschnell und fehlerfrei. „Ich kenne das schon ein wenig von zu Hause“, sagt Paula. „Meine Eltern führen in Hohenleipisch ein Restaurant.“ Die Elftklässlerin möchte später auch gern in diesem Fachbereich arbeiten. Dafür strebt sie zunächst ein duales Studium an, möglicherweise in Dresden. Am Ende des Seminars gibt es ein Zertifikat, dass für eine spätere Bewerbung genutzt werden kann.

(sdk)