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| 17:04 Uhr

Stundenschwimmen Finsterwalde
In Spitzenzeiten herrscht reger Andrang

 Für die Finsterwalder Kinder ist die Teilnahme am Stundenschwimmen Ehrensache.
Für die Finsterwalder Kinder ist die Teilnahme am Stundenschwimmen Ehrensache. FOTO: Falko Krische-Dedek
Finsterwalde. Finsterwalde landet nach einem diesmal zehnstündigen Wettkampf beim Stundenschwimmen auf dem fünften Platz. Von Silvia Dedek

Punkt acht Uhr fiel im Finsterwalder Freibad am Samstag der Startschuss für das diesjährige Stundenschwimmen, bei dem die Sängerstadt als Titelverteidiger im heimischen Freibad ins Rennen ging.

Austragung nach neuem Modus

Der elfte Wettkampf dieser Art fand damit unter organisatorisch veränderten Bedingungen statt. In den vergangenen Jahren begann das Schwimmen jeweils um Mitternacht und dauerte dann bis zu der Jahreszahl entsprechenden Uhrzeit an - im Jahr 2018 durfte also bis 20.18 Uhr geschwommen werden. Da die Beteiligung in den Städten gerade in der Nachtzeit oft eher spärlich war und das Schwimmen dann manchmal mehr „Krampf als Kampf“, wie es Torsten Marasus ausdrückte, entschieden sich die Organisatoren gemeinsam für eine zeitlich übersichtlichere Wettbewerbsgestaltung. Zehn Stunden lang, zwischen 8 und 18 Uhr, durfte in den teilnehmenden Freibädern in Altdöbern, Calau, Finsterwalde, Forst, Großräschen, Luckau und Vetschau für den Sieg der jeweiligen Stadt geschwommen werden. Dabei musste immer mindestens ein Schwimmer im Becken sein, und insgesamt durften maximal zwölf Personen gleichzeitig schwimmen.

In den Spitzenzeiten am Vormittag und Nachmittag kam es dabei in Finsterwalde sogar zu einigen kurzen Wartezeiten für die freiwilligen Schwimmer. Zu Beginn am Morgen und gegen Ende gab es allerdings noch freie Kapazitäten im Becken, vielleicht der Grund dafür, dass die Sängerstadt trotz des großen Einsatzes der insgesamt 110 Teilnehmer ihren Pokal in diesem Jahr nicht verteidigen konnte und stattdessen am Ende mit insgesamt 202,5 geschwommenen Kilometern nur Rang fünf belegte.

Es hat keine Verlierer gegeben

„Für mich sind hier trotzdem heute alle Sieger“, betonte Torsten Marasus, der Leiter der Finsterwalder Bäder, bei der Bekanntgabe der Ergebnisse kurz nach 18 Uhr. Diese Sicht unterstreicht auch Petra Köckritz, Geschäftsführerin des Kreissportbundes Elbe Elster, die die Veranstaltung nicht nur bei den organisatorischen Fragen, sondern auch persönlich als Zählerin am Beckenrand unterstützte. „Solche Breitensportveranstaltungen sind wichtig. Der Eintritt heute ist frei, und alle können kommen und teilnehmen, etwas für sich tun und sich bewegen. Dabei ist die Teilnahme viel wichtiger als die erbrachte Leistung“, betonte sie.

Als Besonderheit in Finsterwalde wurden außerdem die besten der 75 Einzelschwimmer und das beste Team prämiert. Roy Gröbe und Steffen Weider hatten bei den Männern jeweils 5000 m erzielt, und Kimberly Baumert übertraf diese Ergebnisse als beste weibliche Teilnehmerin mit 6700 m sogar noch einmal. Außerdem wurde auch der älteste Teilnehmer, Waldemar Waschull, ausgezeichnet. Mit seinen 83 Jahren hat Waldemar Waschull seit Beginn des Stundenschwimmens in jedem Jahr einen Beitrag zum Gesamtergebnis beigesteuert. „Im Sommer bin ich mit meiner Frau fast jeden Tag im Freibad. Ich finde es gut, dass der Bürgermeister sich für den Erhalt eingesetzt hat. Wir haben hier ein tolles Bad, solche 50-Meter-Bahnen gibt es nicht oft.“

Selbst Gäste lassen sich mitreißen

Begeistert vom Finsterwalder Freibad sind auch der zehnjährige Leonard Radlach und seine Familie. Die Berliner waren für eine Woche zu Besuch bei den Großeltern in Finsterwalde und hatten vom Stundenschwimmen gehört. Für Leonard war klar, dass er daran teilnehmen wollte. In zwei Etappen steuerte er insgesamt 3000 Meter zum Finsterwalder Gesamtergebnis bei und lobte das Freibad in den höchsten Tönen. „Die Rutsche und der Sprungturm hier sind super. Wenn ich in einem Berliner Bad mal vom Dreier springen möchte, muss ich erstmal fünf Minuten anstehen, weil es einfach so überfüllt ist“, erklärte er begeistert. Auch seine Mutter Kerstin Radlach findet das Finsterwalder Bad richtig toll: „Hier gibt es schön viel Platz und sogar gemütliche Strandkörbe. Außerdem sind die Eintrittspreise in Ordnung, und ich finde auch, dass man die Verbundenheit der Finsterwalder mit ihrem Bad spürt.“

Diese Verbundenheit zeigten auch Fiona Fröschke, Helena Jüngling, Joline Kreutz, Nina Radlach und Meike Rothe, für die es als Schwimmerinnen des Vereins Neptun 08 natürlich eine Ehrensache war, ihre Stadt zu unterstützen. Die Mädchen im Alter von neun bis zwölf Jahren leisteten mit ihren Einzelergebnissen zwischen zwei und fünf Kilometern einen entscheidenden Beitrag für das Finsterwalder Gesamtergebnis.

Als beste Gruppe im Mannschaftsbereich wurde das „Team Papa Schlumpf“ ausgezeichnet, das mit insgesamt sechs Gruppenmitgliedern 20 Kilometer erschwimmen konnte. Steffen Richter verbrachte dafür zusammen mit seiner Familie den ganzen Tag im Finsterwalder Freibad. „Ich finde es wichtig, als Familie gemeinsam etwas zu unternehmen und nicht nur jeder für sich etwas anderes zu machen. Da ist das Stundenschwimmen eine tolle Gelegenheit“, erklärte Steffen Richter, der mit seinen Kindern und deren Freunden bereits das zweite Mal teilnahm. So kann das Stundenschwimmen in Finsterwalde völlig unabhängig von der Platzierung als Erfolg verbucht werden, der durch den Einsatz vieler freiwilliger Helfer möglich wurde.

 Maximal 12 Teilnehmer dürfen beim Stundenschwimmen gleichzeitig im  Wasser sein. In Spitzenzeiten gab es Wartezeiten.
Maximal 12 Teilnehmer dürfen beim Stundenschwimmen gleichzeitig im  Wasser sein. In Spitzenzeiten gab es Wartezeiten. FOTO: Falko Krische-Dedek
 Für die Finsterwalder Kinder ist die Teilnahme am Stundenschwimmen Ehrensache.
Für die Finsterwalder Kinder ist die Teilnahme am Stundenschwimmen Ehrensache. FOTO: Falko Krische-Dedek
 Die besten Teilnehmer wurden nach Abschluss des Wettkampfs noch einmal besonders ausgezeichnet.
Die besten Teilnehmer wurden nach Abschluss des Wettkampfs noch einmal besonders ausgezeichnet. FOTO: Falko Krische-Dedek