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| 14:30 Uhr

Brand auf ehemaligem Fabrikgelände
Feuer und Rauch in Finsterwalde

So sieht es am Morgen nach dem Brand in der ehemaligen Turbinenhalle  in der Finsterwalder Weststraße aus.
So sieht es am Morgen nach dem Brand in der ehemaligen Turbinenhalle  in der Finsterwalder Weststraße aus. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Finsterwalde. Lichterloh schlugen die Flammen in der Nacht zum Mittwoch auf dem Gelände der ehemaligen Kistenfabrik in den Himmel. Ein Feuerwehrmann muss ins Krankenhaus. Von Gabi Böttcher

Um 19.23 Uhr ging von der Leitstelle Lausitz die Information auch an die Finsterwalder Polizeidienststelle, die den Feuerwehrleuten bei ihrem Einsatz durch Straßensperrungen und das Informieren der Anwohner zur Seite stand. Stadtbrandmeister Michael Kamenz, selbst die ganze Nacht vor Ort: „Im ehemaligen Kesselhaus hat das Feuer angefangen. Von dort hat es übergegriffen auf das angrenzende Gebäude. Wir haben mit der Alarmstufe 2 dann auch die Wehren von Sonnewalde und vom Amt Kleine Elster alarmiert und aus Großräschen einen Hubsteiger angefordert.“ Gegen 0.30 Uhr sei der Einsatz schließlich beendet gewesen. Da sich Kesselhaus, die angrenzende Turbinenhalle und die ehemalige Kistenfabrik inmitten eines bewohnten Gebietes befinden und ein Gebäude der Wohnungsgesellschaft direkt an das Fabrikgebäude anschließt, herrschte erhöhte Anspannung. Es seien schwierige Löscharbeiten mit sehr vielen Schläuchen gewesen, die Belästigung der Anwohner durch Rauchgas groß. „Das ganze Wohngebiet lag im Qualm. Er ist in Richtung Süden gezogen“, so Michael Kamenz. Ein Feuerwehrkamerad musste vorsorglich zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden. Glücklicherweise habe er dieses bald wieder verlassen können, berichtet der Stadtbrandmeister.

Linda Rösler steht der Schrecken noch am Mittwochmorgen ins Gesicht geschrieben. Sie wohnt in der Weststraße in einem Haus auf dem ehemaligen Fabrikgelände und konnte aus ihrem Fenster direkt über den Hof auf das Feuer blicken. „Ich bin noch völlig aufgelöst. Ich verstehe nicht, wie das passieren konnte. Hier ist doch bisher nie etwas gewesen“, sagt sie. Sie habe in der Nacht kaum ein Auge zugemacht. Nachdem die Feuerwehren bereits abgerückt waren, hätten sie und ihr Partner immer wieder nachgeschaut, ob sich wieder Flammen entwickeln.

Bereits in der Nacht sind von der Polizei Zeugen vernommen worden, kriminaltechnische Untersuchungen folgten am Vormittag, heißt es aus der Pressestelle in Cottbus. Pressesprecher Maik Kettlitz: „Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Die Aussagen der Zeugen werden ausgewertet.“ Zu einer Prognose, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte, will sich Maik Kettlitz am Mittwoch nicht äußern.

Verkohlte Holzbalken und Reste von Dachpappe zeigen, dass es genügend brennbares Material in den seit Jahren verwaisten Hallen gegeben hat. Am Eingang zum Areal deutet ein Firmenschild auf den heutigen Eigentümer, den Bauunternehmer Mirko Lindstädt, der das Gebiet in Zentrumsnähe entwickeln möchte und sich noch in der Nacht ein Bild von den ausgebrannten Gebäuden machte.

Linda Rösler zeigt in Richtung des Brandortes in der ehemaligen Turbinenhalle, die direkt an das Gebäude der ehemaligen Kistenfabrik angrenzt. Linda Rösler wohnt  mit ihrem Partner im Gebäude links und hat in der Nacht zum Mittwoch kaum ein Auge zugemacht.
Linda Rösler zeigt in Richtung des Brandortes in der ehemaligen Turbinenhalle, die direkt an das Gebäude der ehemaligen Kistenfabrik angrenzt. Linda Rösler wohnt mit ihrem Partner im Gebäude links und hat in der Nacht zum Mittwoch kaum ein Auge zugemacht. FOTO: LR / Gabi Böttcher