Von Heike Lehmann

Seit 2011 lädt der Landkreis Elbe-Elster einmal im Jahr zu einem Fest der Regionen ein. Dabei werden besondere Schwerpunkte gesetzt. Zum 25. Landkreisjubiläum standen am Dienstag junge Unternehmensgründer mit ihren frischen Ideen im Mittelpunkt. Das Motto lautete „Stadt, Land, Du – Generation Landwärts“.

Man wolle mit diesem Format die schönen Seiten im Zwei-Strom-Land Elbe-Elster präsentieren, erklärte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski im großen Saal des Finsterwalder Kinos vor mehr als 160 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft. Mitausrichter waren die Unternehmer selbst, genauer gesagt das Netzwerk Neopreneurs, das mittlerweile mehr als 150 Neugründer vor allem aus Elbe-Elster und dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz vereint. Darunter sind viele Rückkehrer wie Sebastian Christoph, der mit Steffi Hädicke hinter mich & mich in Finsterwalde steckt. Beide haben mit Fotografie, Make up und Hairstyling für sich eine Marktlücke gefunden. „Elbe-Elster ist in der Lausitz der Landkreis mit der größten Rückkehrerquote“, unterstrich der Landrat.

Bei ihrer 9. Auflage ist die Veranstaltung in der größten Stadt des Landkreises, in Finsterwalde, angekommen. Das mehr als 100 Jahre alte Kino bot den Rahmen für Präsentationen, drei Diskussionsforen und die Festveranstaltung.

Vor dem Kino gab es erste Häppchen für die Gäste, offen und frisch diskutierten in drei Foren dann junge mit erfahrenen Unternehmern. „Gründen im Grünen“ ging in der Visionsbar der Frage nach, warum es Städter aufs Land zieht, worin dabei die Schwierigkeiten bestehen und wie sich der Erfolg einstellt.

Nicole Thinius und Christian Graf von der Bäckerei & Café Plätzchen in Herzberg sind Rückkehrer und seit acht Jahren im Geschäft. Nicole sagt: „Wir haben es uns einfacher vorgestellt, können uns aber frei entfalten.“ Um „Made in EE“ ging es im kleinen Kinosaal. Bringen kurze Wege wirklich eine bessere Identifikation mit dem Produkt? Für Prof. Dr. Jürgen Tauchnitz, BTU-Hochschulprofessor für Marketing, zählt allein das Produkt. Hat der regionale Anbieter, was er braucht, dann sei ihm der Preis egal.