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Fenster machten den Unterschied

Stefan Procopius erklärt in der Produktionsstätte die Vielfalt historischer und heutiger Tafelparkette.
Stefan Procopius erklärt in der Produktionsstätte die Vielfalt historischer und heutiger Tafelparkette. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Finsterwalde. Stefan Procopius hat am Denkmaltag ein historisches Gebäude in der Sängerstadt und die Schönheit von Tafelparketten vorgestellt. Jürgen Weser / jgw1

Das historische Gebäude in der Kirchhainer Straße war am Tag des Denkmals eine Entdeckung für zahlreiche Finsterwalder. Die ehemalige Zigarrenfabrik, 1868 auf der damals noch "grünen Wiese" neben der "Ausspanne Radigk" erbaut, ist heute Wohnhaus und Produktionsstätte für Tafelparkett. 2004 hat es Stefan Procopius gekauft und für seine beruflichen Zwecke und die seiner Familie gestaltet.

Etwas abgelegen von der Kirchhainer Straße gelegen, staunt der Besucher vom vorderen Hof aus über die tolle Sicht auf ein repräsentatives Gebäude mit einer beeindruckenden Fensterfront. "Wegen der Fenster habe ich das Haus gekauft und auch noch drei der ganz alten Fenster gefunden", verrät Stefan Procopius. Natürlich fand er in dem ehemaligen Fabrikgebäude, das von Zigarrenherstellung bis zum Elektromaschinenbau ab 1937 verschiedene Gewerke beherbergte, vor allem für sein Handwerk beste Bedingungen. So stellte er bei zwei Führungen am Sonntag seine Werkstatt und die Ausstellungsräume vor. Die Besucher konnten eine Menge über das selten gewordene Handwerk der Tafelparkettherstellung erfahren. Der Meister des Parkettlegehandwerks, der 1996 auch den Restauratorenbrief erworben hat, stellte an Beispielen die Entstehung und Verbreitung des Tafelparketts vor, welches in feudalen Herrscher- und wohlhabenden Bürgerhäusern den schlichten Bretterfußboden verdrängte. Die Schönheit der Tafelparkette stellte er an Beispielen, beginnend mit den Versailler Tafelparkett ab 1684 über Tafelparkette mit Bordüre und mit floralen Mittelornamenten aus Wien um 1850 vor. "Unser Handwerk passt zum Thema ‚Pracht' des diesjährigen Denkmaltages", schwärmte der gebürtige Doberlug-Kirchhainer. Arbeit gebe es für ihn als "Alleinunterhalter" genug, ist er über das wieder gewachsene Interesse an den Tafelparketten erfreut. Für die Finsterwalder Industrie- und Handwerkerhistorie stellt das Gebäude ein markantes Beispiel dar.