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| 16:57 Uhr

Bürgermeisterwahl in Sonnewalde mit kritischen Untertönen
Erst Vater geworden, dann Bürgermeister

 Felix Freitag (Unabhängige Wähler Sonnewalde-Umland) gewann die Stichwahl gegen den CDU-Mitbewerber.
Felix Freitag (Unabhängige Wähler Sonnewalde-Umland) gewann die Stichwahl gegen den CDU-Mitbewerber. FOTO: privat
Sonnewalde. Felix Freitag ist neues Stadtoberhaupt in Sonnewalde. Auf eine gute Zusammenarbeit mit seinem Mitbewerber Rico Schulze braucht er wohl nicht hoffen. Das Verhältnis zwischen den beiden ist schwierig. Von Frank Claus

Was für eine Woche für Felix Freitag (33) aus Kleinkrausnik. Am Donnerstag der Vorwoche ist er Vater eines Sohnes geworden und am Sonntag Bürgermeister der Stadt Sonnewalde. In der Stichwahl hat sich der Kandidat der Unabhängigen Wähler Sonnewalde-Umland gegen den CDU-Mitbewerber Rico Schulze durchgesetzt. Felix Freitag vereinte 978 Stimmen (54,2 Prozent) auf sich, der CDU-Mann kam auf 825 Stimmen (45,8 Prozent). In Sonnewalde blieb das Interesse auch im zweiten Wahlgang noch recht hoch. Waren beim ersten Wahltermin 75,3 Prozent aller Wahlberechtigten in die Wahllokale gegangen, waren es diesmal 65,7 Prozent.

Amtsvorgänger trat nicht zur Wahl an

Die Amtszeit von Felix Freitag beginnt am 17. Dezember. Am 16. Dezember hat Amtsinhaber Werner Busse (CDU), der nicht wieder angetreten war, seinen letzten Arbeitstag.

Felix Freitag, der in Thüringen geboren wurde, aber schon im Alter von einem halben Jahr mit seinen Eltern nach Zeckerin gezogen ist, freut sich über das Ergebnis. Für den studierten Agrarwirtschaftler steht fest: „Es muss uns gelingen, Stadt und Ortsteile gemeinsam voranzubringen.“ Denn, so sagt er, „auch ein Bewohner in einem 100-Einwohner-Ort darf nicht das Gefühl haben, hängen gelassen zu werden. Sie haben den Wunsch, hier zu leben. Und das will ich sehr ernst nehmen.“

Kein Freund von Parteilinien

Im Stadtgebiet gäbe es viele aktive Einwohner, sagt er. Er habe sich bewusst für die Unabhängigen entschieden, obwohl er auch von einer Partei gefragt worden sei, dort mitzumachen. „Ich möchte nie gesagt bekommen, ,an dieser Stelle hältst du dich mal zurück’, weil Parteilinien herrschen“, sagt er, „sondern immer frei entscheiden.“ Felix Freitag, auch Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins – „ich werde schauen, ob ich das weitermache; wenn nicht, haben wir genügend gute Leute, die das auch können“ – setzt auf Bürgerkontakt. Als Vetriebler in einem Landmaschinenhandel habe er viele Kontakte mit Menschen, und „ich kann mit unterschiedlichen Charakteren, glaube ich, ganz gut umgehen.“

Unschöner Wahlkampf

Sein Mitbewerber Rico Schulze akzeptiere das Wahlergebnis, sagt er. Auf die Frage, wie er das Verhältnis zum künftigen Bürgermeister gestalten wolle, meint er: „Das Tischtuch zu Felix Freitag ist vorerst zerschnitten.“ Weshalb? Rico Schulze will darauf nicht näher eingehen, spricht von „unschönen Dingen“ im Wahlkampf. Und er lasse gegenwärtig auch offen, ob er weiter in der Stadtverordnetenversammlung mitarbeiten will.