Von Daniel Roßbach

Nicht ganz so viele Badegäste wie im letzten Jahr, aber mehr als 2017 – so fällt das einhellige Fazit der Freibad-Betreiber in und um Finsterwalde aus. Sowohl im Freibad der Schwimmhalle Finsterwalde als auch im „Erlebnisbad“ in Tröbitz und im Waldbad Crinitz wurden in diesem Jahr zwar keine Rekordzahlen aufgestellt, zeigt man sich aber insgesamt zufrieden mit dem Publikumszuspruch.

Armin Zöllner, der das Freibad in Tröbitz leitet, fügt dem aber an: „Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen aus Tröbitz selbst unser Bad besuchen. Man hat manchmal den Eindruck, dass nicht alle wissen, was sie eigentlich daran haben.“ Etwa 50 Dauerkarten wurden für diese Saison in Anspruch genommen. Das sei für ein Dorf wie Tröbitz annehmbar, trotzdem hofft Zöllner auf eine Steigerung.

Auch findet Zöllner es „teilweise erschreckend, dass Eltern sich nicht darum kümmern, dass ihre Kinder schwimmen lernen, und ihnen so eine schöne Freizeitbeschäftigung nehmen.“ Um daran etwas zu ändern, mache das Bad ein gutes und populäres Angebot: 45 Kinder haben Zöllner zu Folge in diesem Jahr in den Kursen des Bades schwimmen gelernt. Selbst aus den alten Bundesländern kämen dazu Gäste nach Tröbitz, wo es mehr Kapazitäten und günstigere Preise gebe.

Insgesamt etwa 10 000 Gäste habe man in Tröbitz begrüßt. Das Besucheraufkommen in den Freibädern hängt natürlich auch stark vom Wetter ab: „Wir hatten in diesem Sommer zwar heiße, trockene Wochen, aber auch ein paar flauere – es war nicht ganz so ein Ausreißer wie im letzten Jahr“, beschreibt Harald Stolley aus Crinitz die (Witterungs-)Lage der Bäder in diesem Sommer.

Trotzdem war dieser Sommer aber heiß und vor allem trocken genug, um auch für Probleme zu sorgen. Im Waldbad Crinitz, dessen Becken sich aus dem Grundwasser speist, war das zwar nicht an dieser Stelle zu spüren. Dafür aber in dramatischer Form in den Bäumen im Waldbad und den umliegenden Wäldern. Mehrfach kam es dazu, dass in Folge der Trockenheit große Äste oder Teilstämme von Bäumen abbrachen, berichtet Harald Stolley, der Vorsitzende des Sport- und Begegnungszentrum Crinitz und Leiter des Bades. Es sei nur Glück und großer Vorsicht zu verdanken, dass dabei niemand verletzt worden sei.

Um die Sicherheit des Bades zu gewährleisten, kann Stolley sich auch vorstellen, mit den Baumpflege- und Kletterexperten zusammenzuarbeiten, die in dem Bad erst vor kurzem ein Trainingscamp veranstaltet haben.

Zu den Vorbereitungen auf die nächste Saison in Crinitz gehören auch eine Reihe von Investitionen in die teils nicht sehr moderne Technik des Bades. So soll es einen neuen Filter für Eisenpartikel im Wasser geben: „Die beeinträchtigen die Wasserqualität, die ständig überwacht wird, zwar nicht. Aber sie sind optisch unschön“, so Stolley. Auch das Granulat, das zur Filterung des Grundwassers beiträgt, muss ausgetauscht und das Schwimmbecken an einigen Stellen ausgebessert werden.

Zur Deckung etwa der vierstelligen Kosten des neuen Granulats kommen auch die möglichen neuen Fördermittel des Landkreises in Frage. Ein Antrag dazu, der jedem der Bäder einen Zuschuss von jährlich 12 500 Euro in Aussicht stellt, wird dort allerdings im Kreistag noch in den Fraktionen diskutiert.

Diese Arbeiten werden noch vor dem Winter beginnen, um der Bausaison und fehlender Verfügbarkeit von Handwerkern aus dem Weg zu gehen, kündigt Harald Stolley an.

Ganz beendet ist die aktuelle Saison in Crinitz aber noch nicht: Das Treffen der Schiffsmodell-Bauer steht an diesem Samstag, dem 7. September, noch an (und fand nicht, wie gestern in der RUNDSCHAU fälschlich zu lesen war, am letzten Wochenende statt – wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen). Zu sehen sind dann aufwendige, detailverliebte Modelle und sogar ein kleines Feuerwerk.

Investitionsbedarf gibt es auch in Tröbitz. So gibt es etwa für die Relais eines Schaltkastens zur Wasseraufbereitung kaum noch Ersatzteile. „Der muss perspektivisch in den kommenden Jahren erneuert werden“, sagt Bad-Leiter Zöllner.

Im Finsterwalder Bad stehen dagegen zunächst keine größeren Investitionen an, berichtet dessen Chef Torsten Marasus. „Der Betrieb lief in diesem Jahr stabil – und vor allem unfallfrei. Das ist angesichts vieler Nichtschwimmer keine Selbstverständlichkeit und zeugt auch von großer Aufmerksamkeit unseres Personals“, sagt Marasus über die Saison.

Besonders beliebt seien die Open-Air-Kino-Veranstaltungen mit Nachtbaden und eine Beachparty im Freibad gewesen. Kino-Vorführungen wird es so im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder geben, weitere der Beachparties sind im Gespräch.

Noch nicht in trockenen Tüchern ist auch die Neuauflage des „Stundenschwimmens.“ Dessen Organisationskomitee will sich in den nächsten Wochen über Austragung und Modus des Städte-Wettkampfes beraten. Zunächst wandert dazu aber noch der Pokal von Finsterwalde an den Sieger der Ausgabe im Juli dieses Jahres, Vetschau.