ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:37 Uhr

Fast halbe Million für neues Museum

Finsterwalde. Eines von nur drei anerkannten Feuerwehrmuseen im Land Brandenburg wird am Sonnabend anlässlich der Feierlichkeiten zum 140. Bestehen der Sängerstadtwehr in Finsterwalde übergeben. Allerdings nur baulich. Dieter Babbe

Die Einweihung des Museums in der früheren Remise der Villa des Holzfabrikanten Georg Krause in der Geschwister-Scholl-Straße wird sich vermutlich noch über Monate hinziehen. Als hier im vorigen Jahr die Arbeiten begannen, fanden die Bauleute ein heruntergekommenes Gebäude vor, in dem bereits die Vandalen ihre Spuren hinterlassen hatten. Aufwändig ist das denkmalgeschützte Bauwerk um- und eine neue Fahrzeughalle angebaut worden. Stadtbrandmeister Michael Kamenz würdigt, dass die Stadt einen neuen Standort für das Museum gefunden hat - "mit dieser enormen Investition wird letztlich auch die Arbeit unserer Kameradinnen und Kameraden anerkannt".

Allerdings mischen sich auch kritische Stimmen in den Lobgesang. "Wir haben im neuen Museum nicht mehr Platz als im alten", sagt Hans-Dieter Unkenstein von den Feuerwehrhistorikern, der zusammen mit Karl Günthermann und Hans-Jürgen Petrick vor 40 Jahren den Grundstock für das Museum gelegt hat. "Büro, Lager und Werkstatt, wo man mal was reparieren kann, fehlen hier ganz. Auch die vielen Exponate in unserem Außenlager an der Nehesdorfer Grundschule können wir aus Platzgründen weiterhin nicht zeigen." Unkenstein sieht aber auch Vorteile: Weil tragende Wände nicht herausgerissen werden durften, sind einige kleinere Räume entstanden. "Hier können wir besser als im alten Museum im Schloss, das nur aus einer Halle besteht, die vollgestellt ist mit Fahrzeugen und Geräten, die Ausstellung besser nach Themen gestalten. So wird es einen Raum mit Uniformen geben, ein anderer zeigt nur Leitern - Hakenleitern, Strickleitern, Steckleitern. Ein Museum kann nie alles zeigen, was es hat", sagt Mario Sanders, der das neue Museum künftig ehrenamtlich leiten wird.

Der 52-Jährige ist studierter Historiker und seit drei Jahren, als er sich um das Amt des Bürgermeisters bewarb, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Finsterwalde. "Bürgermeister bin ich zwar nicht geworden, aber dennoch gehört mein Herz weiter der Feuerwehr", sagt Sanders, der auch als Vorsitzender des Vereins Finsterwalder Geschichtsmanufaktur seit Jahren einen Beitrag zur Erforschung der Heimatgeschichte leistet. So wird der Verein zum Fest am Wochenende eine mehr als 100-seitige Chronik zur 140-jährigen Geschichte der Sängerstadtwehr vorlegen.

470 000 Euro lässt sich die Stadt das neue Feuerwehrmuseum kosten, wobei die Ausgabe zu zwei Dritteln Bund und Land tragen, betont Fachbereichsleiter Frank Zimmermann. Der Aus- und Umzug des Museums aus dem Vorderschloss ist notwendig geworden, weil hier ein neuer Bürgerservice konzentriert untergebracht werden soll, um Besuchern künftig lange Irrwege durch das weite Schlossareal zu ersparen. "Zum Ende der Sommerpause wollen wir mit den Bauarbeiten am Ostflügel beginnen. Im alten Schlauchturm soll ein Fahrstuhl eingebaut werden, damit auch das Vorderschloss mit dem Sitz des Bürgermeisters behindertengerecht erreichbar ist", kündigt Zimmermann an.